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Tipps zur Zwangsversteigerung


Allgemeines

1. Woher kommen die Daten?
2. Wie läuft ein Zwangsversteigerungstermin ab?

Vor dem Termin

3. Nützliche Hinweise: Daran sollten Sie vor dem Termin denken!
4. Wer darf an einer Zwangsversteigerung teilnehmen?
5. Muss man persönlich zum Termin erscheinen?
6. Welche Leistungen müssen vor dem Bieten erbracht werden?

Während dem Termin

7. Wie werden Gebote abgegeben?
8. Sind die Gebote verbindlich?
9. Wie hoch ist das Mindestgebot?
10. Was bedeuten die 5/10- und 7/10-Wertgrenze?
11. Was passiert bei Nichtzuschlag?

Nach dem Termin

12. Was passiert nach dem Zuschlag?
13. Wann erfolgt die Umschreibung im Grundbuch?


Allgemeines

1. Woher kommen die Daten?

Den IZ-Zwangsversteigerungen liegen die Termine der Amtsgerichte zu Grunde. Eine Datenaktualisierung findet einmal täglich statt. Die aktuellen Zwangsversteigerungstermine finden Sie hier.



2. Wie läuft ein Zwangsversteigerungstermin ab?

Der Versteigerungstermin gliedert sich in drei Abschnitte:


  • Bekanntmachung
    Es werden die Formalien wie Beschreibung des Grundstückes, Grundbucheinträge sowie betreibende Gläubiger und ihre Ansprüche bekanntgegeben. Darüber hinaus wird der festgesetzte Verkehrswert und das "geringste Gebot" definiert. Das "geringste Gebot" stellt den Ausgangspunkt der Versteigerung dar, wohingegen der Verkehrswert den aktuellen Wert der Immobilie beschreibt. Daneben werden die Versteigerungsbedingungen mitgeteilt. Nach der Erläuterung der Rahmenbedingungen beginnt die Abgabe der Gebote.

  • Bietzeit
    Innerhalb der Bietzeit, welche in der Regel 30 Minuten beträgt, können alle Interessenten ihre Gebote abgeben. Das Versteigerungsende wird verkündet, wenn trotz wiederholter Aufforderung keine Gebote mehr abgegeben werden. Nach der Verkündung des Versteigerungsendes werden keine weiteren Gebote mehr angenommen und das Meistgebot verlesen.

  • Zuschlagsverhandlung
    In der Zuschlagsverhandlung entscheidet das Gericht entweder zum Versteigerungstermin oder an einem zeitnah anberaumten Zuschlagverkündungstermin über den Zuschlag. Durch die Verkündigung des Zuschlags wird der Höchstbietende Eigentümer des Objekts.



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Vor dem Termin

3. Nützliche Hinweise: Daran sollten Sie vor dem Termin denken!

  • Informieren Sie sich über das Objekt in den Versteigerungsakten des zuständigen Amtsgerichts.
  • Fragen Sie bei den Gerichten nach möglichen Terminänderungen, da Versteigerungstermine abgesagt werden können.
  • Für Interessenten und Bieter besteht kein Rechtsanspruch, das Objekt zu besichtigen. Fragen Sie daher den Immobilienbesitzer bzw. -verwalter, ob eine Besichtigung möglich ist.



4. Wer darf an einer Zwangsversteigerung teilnehmen?

Jeder geschäftsfähige Volljährige darf an einer Zwangsversteigerung teilnehmen. Vor Ort besteht eine Ausweispflicht.



5. Muss man persönlich zum Termin erscheinen?

Nein. Wer nicht in der Lage ist, persönlich zu erscheinen, kann sich vertreten lassen. Dazu muss eine beglaubigte Vollmacht vorgelegt werden.



6. Welche Leistungen müssen vor dem Bieten erbracht werden?

Der Bieter muss mit einer Sicherheitszahlung von 10 % des Verkehrswertes laut Gutachten rechnen. Am Versteigerungstermin muss dieser Nachweis dem Gericht vorliegen. Liegt keine Sicherheitsleistung vor, wird das Gebot zurückgewiesen und erlischt. Erhalten Sie nach der Versteigerung keinen Zuschlag, wird Ihnen die Sicherheitsleistung zurückerstattet.


Die Sicherheitsleistung kann in verschiedenen Formen hinterlegt werden:

  • Bundesbank- und Landeszentralbankschecks (nicht älter als drei Tage)
  • Verrechnungsschecks inländischer Kreditinstitute
  • Unbefristete Bürgschaft eines inländischen Kreditinstituts
  • Vorabüberweisung auf ein Konto der Gerichtskasse
Eine Sicherheitsleistung in bar ist ausgeschlossen.



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Während dem Termin

7. Wie werden Gebote abgegeben?

Die Gebote sind mündlich abzugeben.



8. Sind die Gebote verbindlich?

Ja, die Gebote sind verbindlich. Einmal abgegeben, besteht keine Möglichkeit des Widerrufs.



9. Wie hoch ist das Mindestgebot?

Das Amtsgericht setzt zu jedem Termin individuell ein "geringstes Gebot" fest. Dieser Betrag muss mindestens geboten werden. Wird das Mindestgebot unterschritten, ist das Gebot unzulässig und wird vom Gericht zurückgewiesen.


Das "geringste Gebot" setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:

  • dem Betrag, der später in bar gezahlt werden muss ("Bargebot"). Er beinhaltet unter anderem Verfahrenskosten, öffentliche Lasten und Zinsen für eventuell bestehen bleibende Rechte.
  • den bestehen bleibenden Rechten oder auch Gläubigerrechten (z.B. Grundschulden, Hypotheken).



10. Was bedeuten die 5/10- und 7/10-Wertgrenze?

Der Bietprozess ist an gesetzliche Versteigerungsgrenzen gekoppelt. Zu beachten sind hier die sogenannte 5/10-Wertgrenze zum Schutz des Schuldners und die 7/10-Wertgrenze zum Schutz des Gläubigers. Wenn das Meistgebot unter 50% des festgesetzten Verkehrswertes liegt, muss das Amtsgericht den Zuschlag versagen. Liegt das Meistgebot unter 70% des Verkehrswertes, kann der Gläubiger den Zuschlag per Antrag verhindern. Beide Grenzen gelten nur zum ersten Versteigerungstermin. Der Verkehrswert wird vom Gericht festgesetzt und richtet sich nach dem gültigen Sachverständigengutachten.



11. Was passiert bei Nichtzuschlag?

Wird der Zuschlag im ersten Termin versagt, werden die 5/10- und 7/10-Wertgrenze im nächsten Termin aufgehoben. Hier reicht bereits das "geringste Gebot" für den Zuschlag. Werden während des ersten Termins gar keine Gebote abgegeben, legt das Amtsgericht einen neuen "ersten Termin" fest. Bei einem neuen "ersten Termin" gelten erneut die Mindestwertgrenzen.



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Nach dem Termin

12. Was passiert nach dem Zuschlag?

Mit der Erteilung des Zuschlags und der Verkündung des Zuschlagsbeschlusses wird der Höchstbietende Eigentümer der Immobilie. Die Zahlung des Bargebotes muss vom Käufer bis zum Verteilungstermin geleistet und belegt werden. Am Verteilungstermin, welcher vom Gericht benannt wird, wird das Meistgebot an die Gläubiger verteilt und ausbezahlt.



13. Wann erfolgt die Umschreibung im Grundbuch?

Nach der Zahlung und der Vorlage der Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes erfolgt die Umschreibung im Grundbuch zugunsten des Erstehers.



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