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| 19.11.1998

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Aus IZ24/1998, S. 18

Von hl

In diesem Artikel:

Banken und Versicherungen gehen getrennte Wege Kreditinstitute verteuern zehnjährige Festschreibungen, Assekuranzen verbilligen

Wiesbaden (hl) - Hypothekenbanken und Lebensversicherungsgesellschaften haben in den vergangenen vierzehn Tagen keine einheitliche Zinspolitik betrieben. Die Realkreditinstitute verteuerten Baugeld mi [...]

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Die Zinsprognose

von

Dieter Bellinger

Hauptgeschäftsführer

des Verbandes deutscher

Hypothekenbanken

Bonn

Die Hypothekenzinsen befinden sich in einem historischen Tief. Darlehen mit zehnjähriger Zinsfestschreibung kosten derzeit effektiv nur noch rund 5,3%. Wer sich die niedrigen Zinsen für 15 Jahre sichern will, zahlt gerade mal 0,25 Prozentpunkte mehr, und selbst Darlehen mit 20jähriger Zinsbindung sind erstmals seit den 60er Jahren für wenig mehr als 6% zu haben.

Damit dürfte der "Boden" bei den Hypothekenzinsen erreicht sein. Selbst wenn die Bundesbank dem Drängen des neuen Finanzministers nachgeben und die Leitzinsen senken würde, ist nicht mit einem nennenswerten weiteren Rückgang der Zinsen am Kapitalmarkt zu rechnen. Hier bestimmen, anders als an dem von der Notenbank mit ihrem geldpolitischen Instrumentarium beeinflußbaren Markt für kurzfristiges Geld, allein Angebot und Nachfrage den Preis.

Bei der Kapitalnachfrage zeichnet sich zu-mindest bei Immobilien- und Staatsfinanzierungen eine Belebung ab. Bei den Hypothekenbanken hat das Volumen der Kreditzusagen für Wohnimmobilien, das im ersten Quartal noch um fast 11% geschrumpft war, seit April um über 30% zugenommen. Die Kreditnachfrage des Staates wächst mit ähnlichen Raten.

Beim Kapitalangebot ist zu bedenken, daß der erstaunliche Rückgang der Kapitalmarktzinsen zu einem wesentlichen Teil darauf beruhte, daß die internationalen Kapitalanleger derzeit Asien, Lateinamerika und Rußland meiden. Diese Ströme können sich schnell wieder verlagern.