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| 24.09.1998

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Aus IZ20/1998, S. 16

Von mu

In diesem Artikel:

Hypothekenzinsen sinken auf Rekordtief Hoffmann: Auch 1999 bleibt eine Niedrigzinsphase / Renditerückgänge möglich

Wiesbaden (mu) - Der Zinssenkungstrend hielt auch in den vergangenen vierzehn Tagen an und beschert Kreditnehmern die günstigsten Zinsen "aller Zeiten". Durchschnittlich gingen die Zinsen um rund 0,2 [...]

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Die Zinsprognose

von

Dieter Hoffmann

Vorstand der Allbank,

Hannover

Zu einem Zeitpunkt, da in Asien noch kei-nerlei Anzeichen für eine nachhaltig stabilere Wirtschaft erkennbar sind, befindet sich auch Rußland in einer schweren Finanzkrise. Da weder das Ausmaß noch die Gefahr möglicher Domino-Effekte (übriges Osteuropa, Latein-amerika) einzuschätzen sind, hat sich die Flucht internationaler Investoren in sichere Anlagen zuletzt erheblich beschleunigt. Der deutsche Rentenmarkt konnte wegen der außerordentlich günstigen Binnenwirtschaft in Deutschland sowie der Portfolioumschichtungen im Vorfeld der EWWU von diesen Kapitalzuflüssen deutlich stärker profitieren als der US-Bondmarkt. Die Kapitalmarktrenditen sind daher in Deutschland kräftig gesunken, was sich positiv auf die Bauzinsen ausgewirkt hat.

Wegen Übertreibungen hat sich zuletzt ein gewisses Rückschlagpotential aufgebaut, das angesichts der positiven stabilitätspolitischen Entwicklungen jedoch eng begrenzt bleibt. In einer vorerst auch weiterhin unsicheren Weltwirtschaft, in der Fundamentalfaktoren nur eine untergeordnete Rolle spielen, sind bei einer Zuspitzung der Turbulenzen kurzfristig sogar erneute Renditerückgänge am Kapitalmarkt möglich. Anleger werden ihr Geld auch zukünftig in DM und US-$ investieren, ab 1999 sogar in den Euro. Die Stabilitätspolitik in Kerneuropa löst aber auch bei der Bundesbank keinen Handlungsbedarf aus. Die weltweite Disinflation und die erreichte Haushaltdisziplin entziehen einem anhaltenden Zinsanstieg jegliche Grundlage.

1999 dürfte daher eine Niedrigzinsphase bleiben.

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