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| 30.07.1998

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Aus IZ16/1998, S. 7

Von hl

In diesem Artikel:

Versicherungen wieder auf Zinssenkungskurs Assekuranzen lockern für fünf- und zehnjährige Festschreibungen die Schrauben

Wiesbaden (hl) - Die deutschen Baufinanzierungsgesellschaften haben seit Mitte Juli erneut die Zinsschraube gelockert. Sowohl Hypothekenbanken als auch Lebensversicherungsgesellschaften haben für Wohn [...]

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Die Zinsprognose

von

Kurt Bonfig

Vorstandsmitglied der

Bayerischen Handelsbank,

München

Eigentlich sollte den Anlegern und Kreditnehmern und besonders den Disponenten wegen der erreichten Rekordmarken schwindelig werden, aber die Stimmung ist eher umgekehrt. Je tiefer die Zinsmarken und je höher die Aktienindizes steigen, desto zuversichtlicher werden die Akteure. Ein Ende der Hausse bei Aktien und Renten ist nicht erkennbar. Die Fundamentaldaten liegen im grünen Bereich, und die Welt schwimmt dank der Krise in Südostasien im Geld.

Das Rätseln über die Wirtschaftsentwicklung in Südostasien hält an. Japan, die neben den USA reichste Nation der Welt, taumelt von einer Riesenpleite zur anderen. Droht der Kollaps? Könnte damit eine neue Weltwirtschaftskrise wie zu Beginn der dreißiger Jahre ausgelöst werden? Um eine solche Situation zu verhindern, wird weiter fleißig Geld gedruckt. Die Zinsen können daher nicht steigen, wenn nicht die Inflation von den Finanzmärkten auf die Gütermärkte übergreift. Solange der Euro nicht auf stabilen Füßen steht, gehen die stärksten Einflüsse auf die Zinstendenz von der Geldpolitik in den USA aus. Wegen der hohen Beschäftigung wurde noch Anfang April dieses Jahres mit Zinserhöhungen der FED gerechnet. Diese Befürchtungen führten zu einem kleinen Zinsbuckel am deutschen Kapitalmarkt. Aber bis zuletzt ist nichts passiert. Die FED Fund-Rate liegt seit März 1998 unverändert bei 5,50%. Nach den jüngsten Indikatoren sollen diese Gefahren auch schon wieder gebannt sein, weil die Konjunktur in den USA durch die Einflüsse aus Südostasien Ermüdungserscheinungen zeigt. Die Arbeitslosenquote stieg im Mai 1998 auf 4,3%, die Auftragseingänge in der Industrie fielen um 1,6%. Manche Experten rechnen daher sogar schon mit einer Zinssenkung der FED im Herbst. Die freundliche Tendenz könnte in den nächsten Monaten allenfalls durch Störungen am Geldmarkt im Zuge des Realignments zum Euro oder durch Portefeuille-Umschichtungen der japanischen Anleger am US-Bondmarkt gefährdet werden. Bei uns ist dann weder mit steigenden Langfristzinsen zu rechnen noch mit stärkeren Zinsrückgängen.