Sie verwenden iz.de als Gastnutzer

| 22.01.2009

Premium Bis zu 6 Premium-Inhalte / Monat im Basis-Paket (Print-Abo), unbegrenzt im Premium-Paket.
Aus IZ03/2009, S. 4

Von IZ

In diesem Artikel:

Zerschlagung oder Sanierung?

Die Hypo Real Estate (HRE) taumelt trotz 80 Mrd. Euro an Finanzhilfen von Bund und Bankenwirtschaft weiter am Abgrund entlang. Erneute Kapitalmaßnahmen sind notwendig, von bis zu 10 Mrd. Euro ist die [...]

Registrieren Sie sich kostenfrei und lesen Sie den Artikel weiter!


Mit Ihrer Registrierung willigen Sie in unsere AGB ein. Für die Nutzung unserer Services und Produkte gilt zudem unsere Datenschutzerklärung.
Was wird aus der Hypo Real Estate? Drei mögliche Szenarien

Das "Commerzbank-Modell"

Um die Kernkapitalquote auf die für die Gewährung von Staatsgarantien erforderlichen 8% zu heben, schießt der Bund einen niedrigen einstelligen Milliardenbetrag in die HRE. Im Gegenzug beteiligt er sich mit 25% plus einer Aktie. Darüber hinaus stellt der staatliche Rettungsfonds Soffin einen weiteren Garantierahmen, um den kurzfristigen Refinanzierungsbedarf der HRE-Gruppe zu sichern. Der Bund wird an dem von Bankchef Axel Wieandt vorgelegten Sanierungskonzept festhalten und sich weitgehend aus dem operativen Geschäft heraushalten. Das Institut wird radikal verkleinert und sich künftig als Spezialfinanzierer auf Deutschland und ausgewählte internationale Standorte konzentrieren. Eingestellt werden das Kapitalmarkt- und Handelsgeschäft sowie das Neugeschäft für Infrastrukturfinanzierungen. Die Depfa bleibt im Konzern.

Wahrscheinlichkeit: mittel

Die "geordnete Abwicklung"

Nachdem das Finanzmarktstabilisierungsgesetz angepasst wurde, steigt der Bund mit 75% plus einer Aktie bei der HRE ein. Dafür pumpt er einen mittleren einstelligen Milliardenbetrag in das Institut; der Bankenrettungsfonds Soffin stellt neue Liquiditätsgarantien im niedrigen zweistelligen Milliardenumfang zur Verfügung. Der Bund drängt auf eine geordnete Abwicklung der HRE-Gruppe. Das Neugeschäft wird sowohl in der Staats- als auch in der Immobilienfinanzierung drastisch heruntergefahren. Das internationale Immobiliengeschäft wird komplett aufgegeben und in Portfolioverkäufen veräußert. Die Konzerntochter Depfa wird von der HRE abgespaltet und schlüpft zunächst unter den Schirm des Bundes. Sobald die Finanzkrise überwunden ist, bietet der Staat die Depfa zum Verkauf an. Die HRE-Beteiligung wird kurze Zeit später an einen Finanzinvestor veräußert.

Wahrscheinlichkeit: hoch

Aufteilung und Fusion

Analog zum Szenario "geordnete Abwicklung" beteiligt sich der Bund mit 75% plus einer Aktie an der HRE und stellt weitere Finanzhilfen zur Verfügung. Er drängt auf eine schnelle Aufteilung der Bankengruppe in eine "gesunde" und eine "faule" Sparte. Die Staatsfinanzierung wird von der HRE abgespaltet. Anschließend wird der Bund auf die gleiche Vorgehensweise bei der Commerzbank-Tochter Eurohypo drängen und die jeweiligen Teile zu einer Staatsbank, einer "bad bank" und einer "good bank" zusammenführen. Die Aufteilung der HRE wird der ehemalige Eurohypo-Chef Bernd Knobloch übernehmen, der zurzeit im Aufsichtsrat der HRE sitzt. Nach geglückter Fusion mit Teilen der Eurohypo trägt Knobloch die Gesamtverantwortung für die fusionierten Bankteile. Nach Beendigung der Finanzkrise verkauft der Bund seine Beteiligungen.

Wahrscheinlichkeit: gering