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| 27.02.1998

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Aus IZ05/1998, S. 10

Von hl

In diesem Artikel:

"Die Zinsentwicklung ist immer für eine Überraschung gut" Für Zehn-Jahres-Gelder lockern Hypobanken die Zinsschraube am weitesten

Wiesbaden (hl) - Die Zinsen für Baudarlehen rutschen weiter. Auf unter 6% nahmen einige Hypothekenbanken ihren Effektivzins für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung zurück.

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Die Zinsprognose

von

Michael Doranth

Generalbevollmächtigter derBayerischen Landesbank-

Girozentrale, München

Die Prognose der Zinsentwicklung ist eine spannende Geschichte. Spannend - und damit reizvoll - deshalb, weil sie trotz aller Perfektion der Prognoseverfahren doch immer mit einer gehörigen Portion Unberechenbarkeit behaftet ist. Gerade die unerwarteten Zinstiefstände seit Anfang 1998 sind hierfür ein gutes Beispiel. Wie wird es nun vor diesem Hintergrund fast täglich neuer "historisch niedriger Zinsen" weitergehen?

Aus heutiger Sicht gibt es kaum Grund für eine Zinserhöhung. Die Steigerung der Lebenshaltungskosten bleibt bei der Eins vor dem Komma. Selbst die Mehrwertsteueranhebung wird die Preissteigerungsrate nicht entscheidend erhöhen. An der Inflationsfront ist also keine Gefahr zu erkennen. Auch die übrigen Konjunkturdaten sprechen für ein Andauern der Niedrigzinsphase. Etwas Unsicherheit bietet im Moment immer noch die Europäische Währungsunion (EWU). Vielleicht wird hier die Marktreaktion der bislang vorherrschenden Meinung, daß die Kapitalmärkte die EWU im heutigen Zinsniveau bereits vorweggenommen haben, doch noch einen Strich durch die Rechnung machen.

Selbst wenn es hier zu vorübergehenden Irritationen kommen wird, ist die Niedrigzinsphase, abgesehen von natürlichen Kapitalmarktschwankungen, noch nicht an ihrem Ende angelangt. Aber, wie gesagt, die Zinsentwicklung ist immer für eine Überraschung gut.