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| 02.10.2008

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Aus IZ39-40/2008, S. 21

Von IZ

In diesem Artikel:

FOCs wurden überschätzt, das Internet unterschätzt

Wer in alten Prognosen liest, stellt fest, dass viele Phänomene, die heute im Einzelhandel offenbar werden, schon vor 15 Jahren diskutiert wurden, etwa die Überversorgung mit Baumärkten, Verkaufsfläch [...]

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3 Fragen an Joachim Will

Frei heraus: Warum sind Prognosen Blödsinn?

Prognosen sind kein Blödsinn. Wer prognostiziert, bereitet sich auf die Zukunft vor. Prognosen sind aber nur wertvoll, wenn sie laufend im Lichte neuer Erkenntnisse überprüft werden. Wer sich an eine Prognose klammert, ist ihr ausgeliefert.

Erinnern Sie sich an eine besonders zutreffende oder falsche Prognose im Einzelhandel?

Interessengeleitete Prognosen sind meist falsch. Vor zehn, 15 Jahren wurde den Innenstädten der Tod durch Fabrikverkaufszentren vorausgesagt. Da wurden Rechnungen etwa zu Arbeitsplätzen aufgestellt, die sich alle als falsch herausgestellt haben. Grundsätzlich gilt: Jeder Fehlinvestition, jedem leer stehenden Laden liegt eine falsche Prognose zugrunde, unabhängig davon, ob diese auf einer fundierten Analyse oder nur einem Bauchgefühl beruhte. Zutreffend wurden der Bedeutungszuwachs der Vertikalisierung erkannt und die Auflösung der Branchengrenzen.

Selbst schon mal mit einer Prognose mächtig danebengelegen?

Ja, aber nur privat. Meine bisher einzige Verlobung musste ich nach elf Tagen wieder lösen. (cvs)

Joachim Will ist Inhaber der Beratungsfirma ecostra in Wiesbaden. Ecostra macht Markt- und Standortforschung.

Fehlprognosen aus den 1990er Jahren

. Verlängerte Ladenöffnungszeiten werden den Konsum stimulieren.

. Factory-Outlet-Center (FOC) werden zu einer wichtigen Vertriebsform.

. Für große Einkaufszentren fehlt in den Innenstädten der Platz.

. Urban-Entertainment-Center (UEC) sind die innerstädtischen Einkaufsimmobilien der Zukunft.

. Städte werden eine City-Maut einführen. (Tatsächlich wird der Individualverkehr in den Städten demnächst über die Feinstaubplaketten gedrosselt.)

. In Deutschland werden 2010 etwa 50 Mrd. bis 60 Mrd. Euro im E-Commerce umgesetzt. (Tatsächlich waren es 2007 18,3 Mrd Euro.)