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| 15.01.1998

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Aus IZ02/1998, S. 21

Von mu

In diesem Artikel:

Weltweit niedrige Inflationserwartungen drücken Zinsniveau Wegen verhaltener Konjunktur weiterhin niedriges Zinsniveau

Wiesbaden (mu) - Der vor der Jahreswende eingeleitete Abwärtstrend bei den Baufinanzierungskonditionen setzte sich in der ersten Januarhälfte weiter fort. Ende der zweiten Woche kosteten Hypothekenfin [...]

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Die Zinsprognose

von

Heinz-Gerhard Großmann,

Mitglied des Vorstandes der

Allgemeinen Hypothekenbank AG (AHB), Frankfurt am Main

Das Kapitalmarktjahr 1997 hat sich mit einem freundlichen Grundton verabschiedet. Die Umlaufrendite ist zum Jahresultimo auf die 5%-Grenze zurückgefallen, und auch der Auftakt im neuen Jahr begann verheißungsvoll. Betrachtet man ausschließlich den längeren Laufzeitbereich, so sind historische Tiefstände wieder erreicht oder sogar unterschritten.

Dieses rundum freundliche Zinsumfeld verdanken wir dem sehr verhaltenen Konjunkturaufschwung in der Bundesrepublik. Zwar dürfte das Bruttosozialprodukt nach den bisherigen Prognosen dank der lebhaften Auslandsnachfrage auch 1998 um ca. 2,5% anwachsen, die Hoffnungen auf eine rasche Erholung der Binnenkonjunktur bleiben jedoch bisher unerfüllt. Auch im Immobiliensektor ist der Abwärtstrend noch nicht zum Stillstand gekommen. Ohne Schwung entwickelt sich daneben die Konsumnachfrage, die unter den Folgen der desolaten Arbeitsmarktverfassung zu leiden hat.

Weltweit niedrige Inflationserwartungen und die noch nicht meßbaren Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise in Südostasien sind ein guter Nährboden für ein anhaltend tiefes Zinsniveau, auch wenn ein Großteil der postiven Argumente bereits verarbeitet ist. Die bis Mai 1998 fällige Zinskonvergenz im Vorfeld der EWU läßt allerdings Spekulationen über eine mögliche Anhebung der Geldmarktzinsen noch zu, was bei historischen Renditetiefständen ein wenig zur Vorsicht mahnt. Im übrigen dürfte der Euro pünktlich und unter stabilen Vorzeichen starten.