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| 30.10.1997

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Aus IZ23/1997, S. 8

Von am

In diesem Artikel:

Auch wer gar nichts tut, haftet: Die Schadenersatzpflicht des Verwalters Wie wird der Pflichtenkreis des Verwalters von Gerichten definiert? / Ein Beitrag von Dr. Günther Hemmerling

Freiburg (am) - Verwalter geraten immer wieder unter Beschuß, weil sie ihre Aufgaben nach Ansicht ihrer Auftraggeber nur unzureichend erfüllen. Das Kind ist in der Regel dann in den Brunnen gefallen, [...]

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Wann haftet

der Verwalter?

Bauliche Veränderungen

· Hat der Verwalter ohne Ermächtigung die Zustimmung zu einer baulichen Veränderung erteilt und werden durch dieses unbefugte Vorgehen prozessuale Handlungen eines Wohnungseigentümers herausgefordert, kann er wegen Verletzung seiner gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtungen zum Schadenersatz in Höhe der außergerichtlichen Kosten verpflichtet werden, die einem Wohnungseigentümer in dem Verfahren entstanden sind (LG Hamburg, DWE 1990, 32).

· Kennt der Verwalter die Abgrenzung zwischen Instandhaltung und baulicher Veränderung nicht, kann dies zum Beispiel nach einer Anfechtung des entsprechenden Eigentümerbeschlusses durch einen Wohnungseigentümer dazu führen, daß die bauliche Maßnahme rückgängig gemacht werden muß. Den daraus resultierenden Schaden trägt der Verwalter (AG Krefeld, Urteil vom 25. September 1981, Az. 7 UR II 166/81; AG Bergisch-Gladbach, Urteil vom 14. Januar 1982, Az. 31 (7) II 35/82).

Beitragsrückstände

· Der Verwalter macht sich schadenersatzpflichtig, wenn er es pflichtwidrig unterläßt, zur Sicherung des künftigen Beitragseingangs aus einem über den Beitragsrückstand erwirkten Vollstreckungsbescheid die Zwangsvollstreckung zu betreiben (OLG Hamburg, WE 1993, 166).

Hausgeldausfälle

· Kommt es zu Hausgeldausfällen, weil der Verwalter nicht rechtzeitig gegen säumige Wohnungseigentümer vorgegangen ist, kann dies dann zur Haftung führen, wenn die Kausalität der Unterlassung für den Zahlungsausfall nachgewiesen wird.

Jahresabrechnung

· Eine Verwalterhaftung kommt auch in Betracht, wenn er die Jahresabrechnung unrichtig oder unvollständig erstellt, so daß die Unklarheit erst durch ein Gutachten behoben werden kann (BayObLG, MDR 1976, 225)

· Auch der ausgeschiedene Verwalter hat eine Mitwirkungspflicht bei der Erstellung der Jahresabrechnung durch den neuen Verwalter. Verstößt er gegen diese Pflicht und kann infolgedessen der neue Verwalter die Abrechnung nicht erstellen, hat der ausgeschiedene Verwalter die durch die Einschaltung von Fachkräften entstandenen Kosten zu ersetzen (Kammergericht, DWE 1982, 127).