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| 04.09.1997

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Aus IZ19/1997, S. 12

Von hl

In diesem Artikel:

"Für die Hypozinsen besteht kein Spielraum nach unten" Hypothekenbanken und Versicherungen halten Zehn-Jahres-Geld stabil

Wiesbaden (hl) - Die deutschen Hypothekenbanken, Bausparkassen und Versicherungen haben ihre Bauzinsen in den vergangenen vierzehn Tagen weitgehend stabil gehalten.

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Die Zinsprognose

von Anton Schub

Vorstandsmitglied der

Süddeutschen Bodencreditbank,

München

Seit anderthalb Jahren liegen die Kapitalmarktzinsen und die Hypothekenzinsen nahe dem niedrigsten Niveau der Nachkriegszeit von 1978. Gleichzeitig sind die Aktienkurse weltweit und besonders in Deutschland stark gestiegen, die Immobilienpreise und Mieten dagegen regional unterschiedlich gesunken. Das Verhältnis zwischen dem Aufwand für den Kapitaldienst bei Immobilienfinanzierungen und dem Mietertrag war deshalb selten so günstig wie heute.

Die stärkeren Ausschläge an den Devisen- und Aktienmärkten stellten dieses Szenario in den vergangenen Wochen in Frage. Die robuste US-Konjunktur und der Anstieg der Teuerungsrate in Deutschland auf 2% haben Befürchtungen ausgelöst, die Bundesbank könnte die Leitzinsen anheben.

Dies scheint mir aber nicht gerechtfertigt, da sie die ohnehin kaum aufblühende Konjunktur wieder dämpfen und das Risiko eines Scheiterns der EWU erhöhen würde. Auch die DM-Schwäche ist beachtlich. Sie beruht auf der Unfähigkeit der Politik, die notwendige Steuerreform voranzutreiben und Standortprobleme zu lösen, sowie auf den Vorbehalten der Devisenmärkte gegenüber der EWU. Deshalb gehe ich davon aus, daß die Hypothekenzinsen in den nächsten Wochen leicht ansteigen werden, aber unter erheblichen Schwankungen.

Fazit: Für die deutschen Zinsen besteht kein Spielraum nach unten. Zudem zeichnet sich ab, daß der Preiseinbruch an den Immobilienmärkten weitgehend zum Stillstand gekommen ist. Vermutlich ist die Euro- und Rentendiskussion zunehmend nachfragewirksam.