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| 10.07.1997

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Aus IZ15/1997, S. 5

Von hl

In diesem Artikel:

Zinstief dürfte mittelfristig zu Ende sein Euro mit Stabilitätsmalus ist Risikofaktor / Konditionen vorläufig gesenkt

Wiesbaden (hl) - Häuslebauen ist wieder günstiger geworden. Zur Freude potentieller Bauherren haben Hypothekenbanken und Versicherungen ihre Konditionen gesenkt.

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Die Zinsprognose

von

Michael A. Kremer

Vorstandsmitglied der

BfG Bank AG,

Frankfurt am Main

Die Zinsen für Realkredite orientieren sich am Rentenmarkt. Seit Herbst 1995 pendelt dort die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen um die 6%-Marke, Ende Juni 1997 lag sie bei 5,80%. Pfandbriefe notierten gleichzeitig etwa zehn Basispunkte höher. Eine Niedrigzinsphase wie derzeit ist im langfristigen Vergleich eher die Ausnahme. Hauptursachen sind die chronische Konjunkturschwäche und die expansive Geldpolitik der Bundesbank. Die steile Zinsstrukturkurve sichert den langen Kapitalmarktzins.

Dennoch sollten die vorhandenen Risiken nicht unterschätzt werden. Der Euro wirft seine Schatten voraus. Nach den politischen Diskussionen der vergangenen Monate ist ziemlich klar: Der Euro kommt pünktlich zum 1. Januar 1999. Und: Der Kreis der Teilnehmerländer wird groß ausfallen. Spanien, Italien und Portugal werden mit hoher Wahrscheinlichkeit dabei sein - Länder, deren Preisstabilität früher deutliche Mängel aufwies. Hierauf müssen und werden sich die Finanzmärkte einstellen. Ein Euro mit Stabilitätsmalus bedeutet steigende Kapitalmarktzinsen.

Ein weiterer Unsicherheitsfaktor ist der US-Bondmarkt. Die robuste Konjunktur birgt Inflationsgefahren, die US-Notenbank wird nicht umhin kommen, im Jahresverlauf die Zinsen zu erhöhen. Höhere US-Bondmarktrenditen würden den deutschen Rentenmarkt treffen.

Meine Prognose lautet daher: Die Niedrigzinsphase in Deutschland ist spätestens Ende 1997 vorbei. Daher werden auch die Hypothekenzinsen für mittel- und langfristige Darlehen auf Jahressicht steigen, und zwar um bis zu 50 Basispunkten.

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