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| 26.06.1997

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Aus IZ14/1997, S. 12

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In diesem Artikel:

"Spielraum für Zinserhöhungen gibt es nicht" Hypothekenbanken und Versicherungen lockern abermals Zinsschraube

Wiesbaden (hl) - Viele Hypothekenbanken und Versicherungen haben in den vergangenen 14 Tagen ihre Baugeldkonditionen gelockert.

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Die Zinsprognose

von

Hanns-Jürgen Weigel

Vorstandsvorsitzender des Unternehmensverbundes Alte Leipziger

Zwei Faktoren bestimmen die Zinsentwicklung in Deutschland: ein Wirtschaftsstruktureffekt und ein Konjunktureffekt.

Die Struktur der Wirtschaft in Deutschland ist mit tiefgreifenden Problemen behaftet, die sich unter anderem in zu hohen Staatsausgaben, Defiziten in der Deregulierung und einem anhaltenden Reformstau ausdrücken. Bessert sich die Konjunktur, reicht das Wachstumstempo unserer Wirtschaft nicht aus. Eine Folge ist hohe Arbeitslosigkeit, aber auch die Dämpfung des gesamten Zinsgefüges.

Spielraum für Zinserhöhungen gibt es dann nicht. Mittelfristig dürften sich deshalb die Zinsen für 10jährige Pfandbriefe, die Basis der Hypothekenzinsen, bis maximal 7% bewegen. Für die Hypothekenzinsen bedeutet das - je nach Produkt und Anbieter - ein Maximum von 7,5 bis 8%. Damit würden die Hypothekenzinsen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt bleiben. Im Immobilienmarkt zeichnet sich angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen insbesondere für den Gewerbe- und Mietwohnungsbau keine Belebung ab. Auch von daher wird das Zinsgefüge also kaum beeinflußt werden.

Schwer zu bewerten sind die Auswirkungen der Einführung des Euro. Festigt sich die Meinung, daß die "kleine" EWU termingerecht kommt, sind neue Tiefststände für 10jährige Pfandbriefrenditen durchaus möglich. Beschleunigt sich die Konjunktur über Erwarten und gewinnen die Kräfte eines großen Teilnehmerkreises bereits zu Beginn der Euro-einführung die Oberhand, werden eher höhere Zinsen als 7% am langen Ende wahrscheinlich sein.