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| 30.05.1997

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Aus IZ12/1997, S. 13

Von hl

In diesem Artikel:

"Die Bandbreite möglicher Zinsentwicklungen ist sehr groß" Fallende Zinsen sind ebenso im Bereich des Möglichen wie steigende

Wiesbaden (hl) - Baugeld ist in den vergangenen zwei Wochen im Schnitt abermals billiger geworden. Dennoch erhöhten einige Institute ihre Konditionen.

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Die Zinsprognose

von Bernhard Hafner

Vorstandsvorsitzender der

Allgemeinen Deutschen

Direktbank AG

Heute erleben wir eine Phase, in der die angebotenen Zinssätze so niedrig wie noch niemals zuvor sind - ideal also für Häuslebauer und Umschuldungskandidaten. Bei der Wahl der Zinsbindungsdauer stellt sich natürlich die schwer zu beantwortende Frage, wo die Zinsen in fünf oder zehn Jahren stehen werden.

Derzeit scheint uns eine weitere - wenn auch eher geringe - Zinssenkung durchaus möglich. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist auf Rekordhöhe, und auch in Europa ist dieses Problem akut. Nach der Währungsunion wird der verschärfte Wettbewerb auf die Preise drücken. Die Arbeitslosigkeit könnte möglicherweise europaweit ansteigen. Das Währungsgebiet des Euro kann sich wegen der hohen Leistungsbilanzüberschüsse von 40 bis 80 Mrd. US-$, ähnlich wie Japan, zu einem Starkwährungsland entwickeln. Die Zinsen dürften dann noch stärker fallen.

Auch ein anderes Szenario muß bedacht werden: Die US-Zinssätze tendieren nach oben. Die Wirtschaft Amerikas ist stark, die Gefahr eines Booms mit hohen Wachstumsraten, einem starken Dollar und hohen US-Zinsen ist aus diesem Grunde nicht auszuschließen. Die Zinsen und auch die Konjunktur hierzulande bekämen dann einen kräftigen Schub. Wenn die Nachfrage groß genug ist und vielleicht auch noch die Rohstoffpreise aufgrund von Knappheitserscheinungen emporschießen, wird auch das deutsche Zinsniveau deutlich ansteigen müssen.

Fazit: Die Bandbreite möglicher Zinsentwicklungen ist heute sehr groß. Fallende Zinsen sind ebenso möglich wie deutlich steigende. Ich selbst würde mich für eine längerfristige Zinsfestschreibung entscheiden.