Sie verwenden iz.de als Gastnutzer

| 17.04.1997

Premium Bis zu 6 Premium-Inhalte / Monat im Basis-Paket (Print-Abo), unbegrenzt im Premium-Paket.
Aus IZ09/1997, S. 3

Von mol

In diesem Artikel:

Offene Fonds bald im Ausland aktiv Reformentwurf zum Finanzmarktförderungsgesetz

Bonn (mol) - Im Rahmen des Entwurfes zum Dritten Finanzmarktförderungsgesetz ergeben sich auch für das Investmentrecht gravierende Veränderungen. Der Aktionsspielraum für Grundstücksfonds wird damit i [...]

Registrieren Sie sich kostenfrei und lesen Sie den Artikel weiter!


Mit Ihrer Registrierung willigen Sie in unsere AGB ein. Für die Nutzung unserer Services und Produkte gilt zudem unsere Datenschutzerklärung.
Der Kommentar

"Die Neuerungen, die das 3. Finanzmarktförderungsgesetz der Investmentbranche eröffnet, sind zu begrüßen. Sie ermöglichen den offenen Immobilienfonds, flexibler als bisher Chancen in sich wandelnden Märkten zu nutzen und insbesondere auch ihre Auslandsengagements auszubauen.

Eine wichtige Ergänzung der Angebotspalette, die schon bei der Vorbereitung des 2. Finanzmarktförderungsgesetzes in der Branche gefordert wurde, ist die Beteiligung offener Immobilienfonds an in- und ausländischen Grundstücksgesellschaften. Auf diese Weise wird vor allem beim Erwerb ausländischer Immobilien die Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort erleichtert. Über ein Joint-Venture können z.B. Marktpräsenz und Know-how effizienter genutzt werden. Darüber hinaus lassen sich über eine Kapitalbeteiligung Dritter auch die Risiken eines Auslandsengagements verringern.

Im Vergleich zu einer Direktanlage bietet die Beteiligung einer Objektgesellschaft unter Umständen auch günstigere steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten. Während das nationale Steuerrecht in einigen Ländern für ein Direktinvestment schon heute gute Voraussetzungen bietet, können in anderen Ländern durch Erwerb oder Verkauf von Gesellschaftsanteilen z.B. eine hohe ausländische Grunderwerbsteuer oder auch eine Besteuerung von Veräußerungsgewinnen vermieden oder aber zumindest deutlich reduziert werden.

Eine weitere Variante wäre, durch Gesellschafterdarlehen das steuerliche Ergebnis im Ausland zu optimieren. Mit dem nunmehr vorgesehenen Beteiligungserwerb verringern sich insgesamt gesehen die Nachteile, die die offenen Immobilienfonds bislang bei grenzüberschreitenden Investitionen im Vergleich zu ausländischen Wettbewerbern teilweise hinnehmen mußten. Mit der Vergabe von Erbbaurechten an Dritte bieten sich erweiterte Nutzungsmöglichkeiten in solchen Fällen, in denen eine Bebauung des Grundstücks nicht sofort oder erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll.

Die Durchführung von Grundstückskäufen und Baumaßnahmen erfordert häufig erhebliche Vorlauf- und Abwicklungszeiten, in denen der Fonds die hierfür benötigten Mittel reserviert halten muß. Der Forderung der Fonds, die durch feste Verpflichtungen gebundene Liquidität nicht mehr auf die Liquiditätsgrenze von 49% anrechnen zu müssen, wurde nunmehr entsprochen. Das ergibt ein erhöhtes Maß an wirtschaftlicher Flexibilität."

Jürgen Wundrack ist Geschäftsführer der Deutsche Bank-Tochter Deutsche Grundbesitz-Investmentgesellschaft mbH, die den offenen Immobilienfonds "grundbesitz invest" betreut.

In Netzwerken weiterempfehlen