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| 04.04.1997

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Aus IZ08/1997, S. 1

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Total vermessen?

Auf den deutschen Messeplätzen wird so eifrig gewerkelt, daß man meinen könnte, es stehe ein Schönheitswettbewerb an. Die Kehrseite: In der Branche geht mittlerweile die Angst vor einem Flächenüberhan [...]

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Die Deutsche Messe AG in Hannover verfügt über das größte Messegelände in der Bundesrepublik Deutschland. Der Zaun umschließt ein Areal von 969.500m2, daß auf die Spitzenauslastung während der großen Verbundmessen, wie der Hannover Messe und der CeBit, ausgelegt ist. Die Realisierung von Fachmessen ist ebenfalls möglich. Das Gelände verfügt über 455.915m2 Hallen- und 167.436m2 nutzbare Freifläche. Die Messegesellschaft betrachtet es als Grundsatzauftrag, den Internationalisierungsgrad der Leitmessen weiterhin zu steigern. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist die Tochtergesellschaft Hannover Messe International vor allem für Ausstellergruppen, die auf den Leitmessen in Hannover präsent sind, Wegbereiter in internationale Märkte, indem sie Beteiligungen an Auslandsmessen organisiert. Dem Einsatz von neuen Technologien wird ebenfalls eine besondere Bedeutung beigemessen, im Zentrum steht dabei die Vermarktung der virtuellen Messe Globis.

Das Gelände der Düsseldorfer Messegesellschaft mbH Nowea hat eine Gesamtfläche von 234.400m2, wovon 30.500m2 auf Frei- und 203.900m2 auf Hallenflächen entfallen. Mit Ausnahme von einem Gebäude sind alle ebenerdig angelegt und haben eine Höhe von 15m. Auf das Einziehen einer Zwischendecke wurde im Hinblick auf die Fachmessen bewußt verzichtet. Insbesondere die Aussteller der internationalen Kunststoff- und Kautschuk-Messe benötigen für ihre großen Exponate entsprechende Räumlichkeiten. Um auf die Anforderungen, Wünsche und Bedürfnisse, die die Aussteller an die Flächen stellen, eingehen zu können, befindet sich die Nowea im steten Dialog mit Verbänden aus Industrie und Wirtschaft. Das Konzept der Fachmessen ist auf Herbert Engst zurückzuführen, der die Gesellschaft von 1946 bis 1966 leitete. Mit 20% ist das Unternehmen an der Messe Essen GmbH beteiligt. Mittlerweile finden jährlich über 40 Fachmessen statt.

Auf dem 986.221m2 großen neuen Leipziger Messegelände befinden sich fünf Messehallen mit einer Grundfläche von jeweils 20.500m2. Vier von ihnen, die sogenannten Standardhallen, haben jeweils eine lichte Höhe von acht Metern und verfügen über neun Stützen im Abstand von jeweils 37,5m. Durch mobile Trennungswände können die Hallen auf viermal 5.125m2 unterteilt werden. Südlich der Glashalle steht die sogenannte Hochhalle, die sich im Hinblick auf eine lichte Höhe von 16m im Mittelfeld sowohl für Baufach- als auch Verkehrs- und Logistikmessen eignet. Darüber hinaus ist sie für bis zu 15.000 Gästen bestuhlbar und bietet sich somit nicht nur für Kongresse, sondern auch für Konzerte an. Auf der Nordseite des Geländes stehen den Ausstellern insgesamt 30.000m2 Freifläche zur Verfügung. Die Leipziger Messegesellschaft hatte für Aufsehen gesorgt, weil es ihr gelungen ist, mit der Hightech-Messe ReTec der Konkurrenz in Berlin eine Veranstaltung auszuspannen.

Bereits in den 80er Jahren wurde mit den Maßnahmen zur Zukunftssicherung des Messestandortes Frankfurt am Main begonnen. Rund 850 Mio. DM hat die Messegesellschaft seitdem in das Gelände investiert, der Messeturm wurde fremdfinanziert. Die Dreiteilung des 400.000m2 großen Areals mit rund 290.000m2 Hallenflächen erlaubt es, mehrere Veranstaltungen parallel auszurichten. Als "Jahrhundert-Chance" bezeichnete Messechef Markau die Möglichkeit, Teile des benachbarten Güterbahnhofgeländes in das Flächenangebot mit einzubeziehen. An einer Machbarkeitsstudie wird derzeit noch gearbeitet. Für konkrete Angaben über Größe und Umfang der Investitionen ist es derzeit noch zu früh. Fest steht nur, daß es sich um ebenerdige Ausstellungsflächen handeln soll. Durch die Ausweitung der Messeaktivitäten im Ausland ist es der Frankfurter Messegesellschaft gelungen, die zurückhaltende Konjunkturentwicklung in Westeuropa zu kompensieren.

Die 1992 gegründete Kölner Messegesellschaft führt regelmäßig rund 40 Fachmessen und Fachausstellungen durch und organisiert Messebeteiligungen und Exportausstellungen im In- und Ausland. Das Messegelände liegt gegenüber dem Dom im Zentrum der Rheinmetropole und ist kreuzungsfrei an das internationale Autobahnnetz angeschlossen. Es umfaßt eine zusammenhängende Hallenfläche von 275.000m2, 52.000m2 Freigelände und Kapazitäten für Kongreßveranstaltungen mit bis zu 11.800 Teilnehmern. 1996 hatte die Messegesellschaft einen Jahresumsatz von 350 Mio. DM erwirtschaftet. Die Messen werden in enger Zusammenarbeit mit der anbietenden und einkaufenden Wirtschaft veranstaltet und in ihren Marketingkonzepten den Veränderungen im internationalen Wirtschaftsgeschehen angepaßt. In den Fachbereichen sind über 200 Spitzen- und Fachverbände der Wirtschaft vertreten.

1996 wurden in Berlin von der Messegesellschaft Berlin 17 Messen und Ausstellungen veranstaltet. Erstmals wurde bei den beteiligten Unternehmen die 12.000-Marke überschritten, der Anteil der ausländischen Teilnehmer betrug über 50%. Noch im Dezember des vergangenen Jahres verfügte das Gelände über 103.000m2 Ausstellungsfläche. In diesem Jahr sollen knapp 30.000m2 dazukommen, bis 1999 werden es noch einmal 30.000m2 mehr. Im Zuge dieser Erweiterungen entstehen drei große Hallenkomplexe mit jeweils rund 25.000m2 Grundfläche. Darüber hinaus sind noch knappe 60.000m2 Freifläche vorhanden. Nach Angaben der Gesellschaft sind für das laufende Geschäftsjahr bereits mehr als 170.000m2 Bruttohallenfläche gebucht. Ferner steht in diesem Jahr die Durchführung von 26 Projekten in elf Ländern auf dem Programm. Veranstaltungsorte sind unter anderem Bordeaux/Frankreich, Posen/Polen, Singapur, Moskau/Rußland und Seoul/Südkorea.

Im Februar 1998 öffnet die Messe München GmbH zum ersten Mal die Tore zum "modernsten Messegelände der Welt". Nach Abschluß des ersten Bauabschnitts werden den Unternehmen in 12 stützenfreien Messehallen insgesamt 140.000m2 Ausstellungsfläche für ihre Präsentation zur Verfügung stehen, nach dem Vollausbau im zweiten Abschnitt sind es dann 200.000m2. Im Osten des Geländes ist eine 18ha große Sonderfreifläche, unter anderem auch für die Baumaschinenausstellung, vorgesehen. Das Großprojekt Messestadt Riem sieht darüber hinaus noch ein Gewerbegebiet mit einer Fläche von 33ha westlich des Messegeländes vor. Hier sollen Dienstleistungen und Hightech-Betriebe angesiedelt werden. Im Süden ist die Ausweisung von Flächen für ca. 2.600 Wohneinheiten und ca. 3.000 Arbeitsplätze vorgesehen. Anläßlich der Eröffnung im nächsten Jahr wird ein neuntägiges Messe-Opening veranstaltet, wozu alle Bürger in und um München eingeladen sind.

Auf dem Gelände der früheren Internationalen Gartenbau-Ausstellung am Stadtrand von Erfurt wird die Messe Erfurt entstehen. Es sind zwei Messehallen mit angeschlossenem Kongreß- und Konferenzzentrum vorgesehen. Von den 34.300m2 Nutzfläche entfallen ungefähr 17.900m2 auf die beiden Ausstellungshallen. Das Grundstück wurde von der Messe Erfurt AG erworben und der DG Anlage GmbH, der Fondsgesellschaft der Deutschen Genossenschaftsbank-Gruppe, im Erbbaurecht für 99 Jahre überlassen. Der Erbbauzins bis zum Jahr 2018 beträgt 4 Mio. DM. Im Gegenzug hat die Fondsgesellschaft die Immobilie bis 2018 an die Messe Erfurt, eine 100%ige Landesbeteiligungsgesellschaft, vermietet. Mietbeginn ist spätestens der 1. Juni dieses Jahres. Der Mieter kann den Vertrag bis zum 31. Mai 2007 gegen Zahlung der ursprünglichen Gesamtinvestitionskosten vorzeitig beenden. Der Fonds Messe Erfurt besitzt ein Gesamtinvestitionsvolumen von knapp 140 Mio. DM.

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