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| 19.10.2006

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Aus IZ22/2006, S. 30

Von Prof. Dr. Christian Rumpf, Dr. Frauke Bemberg, IZ

In diesem Artikel:

Dynamischer Markt für Unternehmer mit Abenteuerlust

In der Türkei ist vieles im Wandel, auch wegen der Vorbereitungen der Verhandlungen über einen möglichen EU-Beitritt. Die Rechtsanwälte Dr. Christian Rumpf und Dr. Frauke Bemberg werfen einen Blick au [...]

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Die Autoren: Prof. Dr. Christian Rumpf und Dr. Frauke Bemberg sind Rechtsanwälte bei Diem & Partner, Stuttgart/Istanbul.

Die Türkei

Hintergrund:

Die Bevölkerung ist im Durchschnitt jünger als in allen anderen europäischen Ländern, das durchschnittliche Einkommen ist inzwischen höher als etwa in Rumänien und Bulgarien, die ab 1. Januar 2007 den "Hinterhof" Europas bilden sollen. Istanbul entwickelt sich zu einer Weltmetropole, mit Kulturangeboten von Musik über Schauspiel bis zu einer an Varianten kaum zu überbietenden Küche. Andere Wirtschaftszentren wie Izmir, Mersin und Adana, Konya, Kayseri und Bursa tragen zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Die Türkei gilt für viele Technologien als Spitzenstandort mit einem besonders günstigen Verhältnis zwischen Lohnkosten und Produktivität, ohne dass die Türkei noch als "Niedriglohnland" gelten könnte. Die Qualitätsstandards entsprechen ohne weiteres europäischem Niveau. Das Land gehört zu den weltweit größten Herstellern für Fernseher und Haushaltsgeräte und zu den wichtigsten Zentren der Automobilindustrie und ihrer Zulieferer. Der Tourismus belebt vor allem die West- und Südküste, Izmir und Antalya liegen an der Spitze. Rückständige Gebiete im Osten und Südosten werden durch Projekte der türkischen Energiewirtschaft und Industrieansiedlungen gefördert. Trotz solcher Entwicklungen ist und bleibt die Türkei ein islamisches Land. Die islamische Prägung großer Teile der Politik und des Alltags ändern aber nichts an der Freude am Aufbruch in die Zukunft. Viele kritische Stimmen gegen einen Beitritt zur EU kommen nicht von islamisch orientierten Politikern und ihren Anhängern, sondern oft von der nationalistischen Linken, die das Erbe Atatürks in Gefahr sieht.

Zahlen:

Landesfläche: 814.578 km2

Bevölkerung: ca. 72 Mio. Einwohner,

Wachstumsrate der Bevölkerung ca. 5%

Religion: ca. 99% Muslime

Staatsform: Republik mit parlamentarischer Demokratie

Bruttosozialprodukt: 293,4 Mrd. Euro (2005)

Pro-Kopf-Einkommen: 4.222 Euro (2005)

Währung: Neue Türkische Lira (YTL), 1 Euro = 1,86 YTL, 1 YTL = 0,54 Euro (Stand 21. September 2006)

Quellen: Auswärtiges Amt, Diem & Partner

Einzelhandel in der Türkei:

Viele internationale Marken vertreten

Der Einzelhandelsmarkt in der Türkei ist durch eine große Anzahl von kleinen Läden geprägt, die im ganzen Stadtgebiet zu finden sind. Der Marktbericht von Cushman & Wakefield (C&W) von September 2006 prognostiziert jedoch einen Wandel.

Der momentane Bestand an Einzelhandelsflächen zeichnet sich laut C&W dadurch aus, dass es sich meist um Räumlichkeiten im Erdgeschoss eines gemischt, also auch zum Wohnen, genutzten Gebäudes handelt. Darüber hinaus fehlt es am internationalen Standard der Flächen. Ein Großteil der Bestands ist daher für die Bedürfnisse von Einzelhandelsunternehmen, die Einheiten von 200 m2, 250 m2 und mehr suchen, nicht geeignet.

Die Marktbeobachter glauben jedoch, dass die unabhängigen inhabergeführten Geschäfte langfristig immer weniger werden. Stattdessen werde sich der Einzelhandel zunehmend auf bestimmte Stadtbezirke konzentrieren. Allerdings ist das selbst in Instanbul noch ein weiter Weg. Viele Objekte müssen renoviert und den modernen Anforderungen an die Präsentation der Waren angepasst werden. Eines der großen Probleme insbesondere in Instanbul sind die wenigen Parkplätze.

Nichtsdestotrotz betrachten viele internationale Markenunternehmen die Türkei als aufstrebenden Markt mit gutem Potenzial. Zara, Mango, Marks & Spencer und Starbucks finden sich in Istanbul ebenso wie etwa die Designerlabels Armani, Gucci, Hugo Boss, Louis Vutton und Escada. Auch die unvermeidlichen Fast-Food-Ketten wie Pizza Hut, Burger King, Mc Donalds verbreiten sich. Bekannte Namen wie C&A, Foot Locker, H&M, Hard Rock Café und Sephora suchen gerade den Einstieg in den türkischen Markt, so die Experten.

Nach C&W finden auch immer mehr Menschen ihren Weg in die Shoppingcenter der Städte. Der Mietpreis für die Flächen in den Centern ist recht unterschiedlich. So liegt er in Instanbul im Center Akmerkez bei 150 bis 200 USD/m2 einschließlich Nebenkosten, im Center Metrocity sind 40 bis 60 USD/m2 plus 8 USD/m2 Nebenkosten zu zahlen. (ba)

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