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| 05.10.2006

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Aus IZ21/2006, S. 30

Von IZ

In diesem Artikel:

Die Antiquitätenhändler sind nicht von gestern

In Gießen wurden drei Business Improvement Districts (BID) gegründet, ein vierter ist in Vorbereitung. In Wiesbadens Taunusstraße haben sich die Hauseigentümer jetzt gleichfalls zusammengeschlossen.

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Gießen

"Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, richtet auch ein BID nicht mehr viel aus"

Die IZ fragte Heinz-Jörg Ebert, den Chef des Schuhhauses Darré und Vorsitzenden des BID Seltersweg in Gießen, nach den Plänen des Vereins.

Immobilien Zeitung: Wie viele Hauseigentümer haben sich dem BID Seltersweg angeschlossen?

Heinz-Jörg Ebert: Bei 75 Immobilieneigentümern gab es einen einzigen Widerspruch.

IZ: Hat der Seltersweg auch mit Hauseigentümern zu kämpfen, die auf Mallorca wohnen, nicht in ihre Gebäude investieren und nur Miete kassieren?

Ebert: Die Problematik liegt nicht bei den "Nein-Sagern", sondern bei den "Interessiertmichnicht-Verfechtern".

IZ: Wie schwer ist der Haushalt des Vereins?

Ebert: 1 Mio. Euro der Hauseigentümer für die kommenden fünf Jahre, sprich: 200.000 Euro pro Jahr. Hinzu kamen 78.000 Euro, die bei einer Auftaktveranstaltung im Dezember 2004 bei den Hauseigentümern gesammelt wurden. Jeder zahlte pro Immobilie pauschal 1.000 Euro.

IZ: Haben Sie Fördergelder akquiriert?

Ebert: Es gab vor den BID-Gründungen Ziel-2-Mittel der Europäischen Union als Konzeptions- und Moderationsförderung. In der BIDUmsetzung liegen derzeit noch keine Förderzusagen vor, was nicht heißt, dass wir uns nicht darum bemühen werden.

IZ: Was ist im Seltersweg geplant?

Ebert: Zunächst ein dreitägiger Workshop mit dem Stadtraum- und Fassadenilluminator Mario Hägele aus Stuttgart. Als weitere sichtbare Veränderungen sind einheitliche Kübelbepflanzungen mit Buchs vorgesehen. Hinzu kommt die Umsetzung eines Vermarktungskonzepts und verschiedener Veranstaltungen sowie die Unterstützung der von Stadt und Privaten getragenen Gießen GmbH. Diese Gesellschaft soll für ein Stadtmarketing aus einem Guss sorgen und außerdem Projekte koordinieren, u.a. für mehr Sauberkeit und Graffity-Prävention.

IZ: Was macht dem Seltersweg zu schaffen?

Ebert: In Gießen ist im Verhältnis zum Kunden zu viel Verkaufsfläche entstanden.

IZ: Was ist bei der Gründung eines BID zu beachten?

Ebert: BIDs sind etwas für noch funktionierende Standorte. Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, wird auch ein BID nicht mehr viel ausrichten können, weil die Substanz fehlt. Wichtig ist es, von Anfang an mit professionellen Agenturen und Dienstleistern zu arbeiten, zu informieren und zu emotionalisieren. Auch ein gutes Startkapital ist sehr nützlich. Durch unsere "1.000-Euro-Sammelaktion" hatten wir das. Und immer wieder gilt: Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation!

IZ: Herr Ebert, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Das Interview führte Christoph v. Schwanenflug.