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| 04.10.1996

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Aus IZ21/1996, S. 10

Von Dieter Bellinger

In diesem Artikel:

Hypothekenzinsen setzen ihre Talfahrt weiter fort Dr. Dieter Bellinger: Zinsniveau unterschreitet den Langfristdurchschnitt erheblich

Wiesbaden (mu) - In den vergangenen vierzehn Tagen war wieder ein deutlicher Zinsrutsch bemerkbar. Im Vergleich zum Stand Mitte September gaben die Effektivzinssätze bei 10jährigen Laufzeiten um durch [...]

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Die Zinsprognose

von Dr. Dieter Bellinger,

Hauptgeschäftsführer des Verbandes deutscher Hypothekenbanken e.V.

Nach einem Zwischenhoch im Sommer haben die Hypothekenzinsen annähernd wieder ihr niedriges Niveau von Anfang des Jahres erreicht. Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindungsfrist kosten bei den Hypothekenbanken zur Zeit im Durchschnitt effektiv etwa 7,25%, im Fünfjahresbereich cirka einen Prozentpunkt weniger. Das aktuelle Zinsniveau unterschreitet damit erheblich seinen langfristigen Mittelwert von 8,4% (zehn Jahre) und 8,15% (fünf Jahre).

Aus binnenwirtschaftlicher Sicht spricht derzeit wenig für nachhaltige Veränderungen in der Zinslandschaft. Die Preisentwicklung wird in absehbarer Zukunft moderat verlaufen, das Geldmengenwachstum dürfte trotz der zuletzt aufgetretenen Irritationen weitgehend im Lot bleiben, und auch von der konjunkturellen Erholung sind in der nächsten Zeit keine Belastungen des Preisvniveaus oder eine stärkere Inanspruchnahme des Kapitalmarktes zu erwarten. Für Unsicherheit könnte allerdings sorgen, wenn die öffentlichen Haushalte bei der Rückführung ihrer Defizite noch nicht die erforderlichen Fortschritte machen.

Störungen könnten auch von der außenwirtschaftlichen Flanke kommen, das heißt vor allem aus den USA. Spätestens nach der dortigen Präsidentenwahl wird die US-Notenbank mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zinsen erhöhen. Erfahrungsgemäß wird sich die Bundesrepublik einem Zinsanstieg nicht (in vollem Umfang) entziehen können. Das Ausmaß dürfte nur schwer zu quantifizieren sein, aber sicherlich - anders als nach der Zinserhöhung in den USA Anfang 1994 - keinen dramatischen Zinsanstieg bewirken.

Obwohl angesichts der skizzierten Zinssituation derzeit kein dringender Handlungsbedarf besteht, sollten Bauherrren bei Vertragsabschluß einen möglichst langen Zinsbindungszeitraum wählen, um sich das niedrige Zinsniveau für zehn oder mehr Jahre zu sichern.