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| 05.09.1996

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Aus IZ19/1996, S. 9

Von am

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    R 20
  • Organisationen:
    Bundesfinanzhof

Gewerblicher Grundstückshandel: Wann sind die Voraussetzungen gegeben? Gewerblichkeit der Geschäfte kann auch vorliegen, wenn weniger als drei Objekte veräußert worden sind

Wiesbaden (BFH/EB) am - In den vergangen Jahren gab es eine Fülle von Urteilen, die sich mit der Problematik des gewerblichen Grundstückhandels befaßt haben. Dabei geht es regelmäßig um hohe Vermögens [...]

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So urteilt der

Bundesfinanzhof

Beispiel 1: Verkauf von Wohnungen

Eigentumswohnungen zu verkaufen, begründet bei der Überschreitung der Drei-Objekt-Grenze schnell die Vermutung des gewerblichen Grundstückhandels. Eine Zeitlang waren als zusätzliches Indiz Modernisierungsarbeiten an der zu veräußernden Wohnung erforderlich, die dem Verkauf vorausgegangen sein mußten. Das ist jedoch nach heutiger Rechtsprechung entfallen.

Beispiel 2: Verkauf aus Not

Liegt eine private oder betriebliche Notlage vor, so kann das ein Indiz gegen die Gewerblichkeit sein, wenn der Grundbesitz über lange Zeit genutzt wurde (BFH, Urteil vom 8. Juli 1982, Az. IV R 20/78). Der Einwand, der Verkauf des (in vollem Umfang fremdfinanzierten) Grundstücks würde lediglich darauf beruhen, daß die zu erzielenden Mieten die Zinsen und Annuitäten nicht mehr gedeckt hätten, spricht jedoch eher dafür als dagegen, daß im Zeitpunkt des Erwerbs die Absicht bestand, das Grundstück nur nötigenfalls zu verkaufen (BFH, Urteil vom 8. Februar 1996, Az. IV R 28/95).

Beispiel 3: Verkauf nach Vermietung

Die Vermutung einer von Anfang an bestehenden Verkaufsabsicht wird nicht zwingend durch kurzzeitige Vermietung oder Eigennutzung widerlegt (BFH, Urteil vom 12. Juli 1991, Az. III R 47/88; Urteil vom 23. Januar 1991, Az. X R 105-107/88). Das gilt auch für die Behauptung, der später verkaufte Grundbesitz sei zur Alterssicherung erworben worden (BFH, Urteil vom 7. März 1996, Az. IV R 2/92). Anders kann die Beurteilung ausfallen, wenn der Steuerpflichtige nach dem Erwerb langfristige Mietverträge abgeschlossen hat (BFH, Urteil vom 28. September 1987, Az. VIII R 46/84).

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