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| 30.03.2006

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Aus IZ08/2006, S. 27

Von IZ

In diesem Artikel:

Westhafen steht Pate für altes Unigelände

OFB und Frankfurter Aufbau AG (FAAG) nehmen die Entwicklung des Campus Bockenheim in die Hand. Das Land wird das knapp 17 ha große Areal, das zurzeit Zug um Zug von der Universität geräumt wird, an di [...]

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zu "Westhafen steht Pate für altes Unigelände"

Der Verkauf des Universitätsgeländes an die OFB und die Frankfurter Aufbau AG (FAAG) ist nur dem Scheine nach ein PPP-Modell, es ist in erster Linie eine Frankfurter Lösung. Die FAAG ist eine städtische Tochter, und auch bei der Helaba-Tochter OFB fällt es gelegentlich schwer, sie nicht als Teil der städtischen Planungspolitik zu sehen. OFB-Geschäftsführer Heinz-Günter Lang gehört seit Jahren zum Römer-Inventar. Im Planungsdezernat geht er ein und aus, die Liste seiner erfolgreichen Projekte in Frankfurt ist lang: Adler-Werke, MainTower, Westhafen. Letzterer dient nun als Vorbild für die Entwicklung des Campus Bockenheim.

Das wichtigste aber ist: Planungsdezernent Schwarz vertraut Lang und der OFB. Das Unternehmen ist, wie man im Rathaus sagt, "standorttreu". Das zählt angesichts vieler Projekte, die Private liegen lassen oder aufgegeben haben. Siemens etwa verkündete den Bau eines neuen Stadtteils. OB Petra Roth stellte den Magistratssitzungssaal für die Pressekonferenz zur Verfügung. Ein Jahr später war "3/4/3 West" beerdigt. Frau Roth was not amused. Ähnlich lief's beim Zürich-Hochhaus.

Aus Sicht des Landes ist der Komplett-Verkauf eine naheliegende Lösung. Die Vermarktung auf eigene Faust wäre ungleich schwieriger, ja mit den Kapazitäten des Landes eigentlich unmöglich gewesen. Das hessische Finanzministerium kennt sich auf dem Immobilienmarkt nicht aus. Die Beamten aus Wiesbaden haben in Frankfurt schon einmal einen Deal versemmelt, den Verkauf des alten Polizeipräsidiums. Zudem bringt der Verkauf Finanzminister Karlheinz Weimar rasch Geld für den Universitätsneubau auf dem IG-Farben-Gelände. Vielleicht hätte er mehr als die kolportierten rund 200 Mio. EUR aus dem alten Uni-Gelände herausholen können, doch wie lange hätte das gedauert?

Mit dem Campus Bockenheim entsteht ein neues Gravitationszentrum auf dem Frankfurter Markt für Büro- und Wohnimmobilien, zumal mit der OFB nun ein fähiger Entwickler dahinter steht. 350.000 m2 Bruttogeschossfläche sollen in den nächsten zehn, 20 Jahren entstehen, das sind Dimensionen wie beim nahe gelegenen Europaviertel. Es wird interessant sein zu beobachten, wie sich diese beiden Projekte vertragen. (cvs)

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