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| 11.07.1996

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Aus IZ15/1996, S. 10

Von am

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Deutsches Institut für Normung
  • Organisationen:
    Oberlandesgericht Karlsruhe, Landgericht Heilbronn
  • Personen:
    Thomas Feil

"Keine Software ist technisch ohne Fehler" - Gewährleistung beim Kauf von Computerprogrammen Rechtsanwalt Thomas Feil über die Ansprüche der Anwender / Jeweiliger Softwaretyp entscheidet über die Rechte der Nutzer

Hannover (TF) am - Mit Hilfe eines EDV-Programmes können langwierige Arbeitsvorgänge vereinfacht und Auswertungen erstellt werden, die ohne EDV Tage in Anspruch nehmen würden. So kann Personal eingesp [...]

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Beispiel 1: Beratungspflicht

Einzelhändler Müller hat neben seinem Hauptgeschäft zehn Filialen. Viele Büroarbeiten werden noch "per Hand" erledigt. Um die Arbeitsabläufe zu vereinfachen, entschließt er sich, eine EDV-Anlage installieren zu lassen. Da er keine eigenen EDV-Kenntnisse hat, muß er sich im Rahmen der Beratung auf die Ratschläge des EDV-Händlers verlassen. Bei einer solchen Konstellation hat der EDV-Händler die Pflicht, die Bedürfnisse des Käufers zu erforschen und ihn entsprechend zu beraten. Dazu ist ein intensiver Dialog erforderlich. Diese Beratungsleistung muß der EDV-Lieferant anbieten. Wird die Beratung versäumt und ist das Programm deshalb für die Bedürfnisse des Anwenders unbrauchbar, so haftet der EDV-Anbieter und ist somit schadensersatzpflichtig.

Beispiel 2: Wer ist Schuld bei Datenverlust?

Die tägliche oder zumindest regelmäßige Datensicherung wird bei vielen gewerblichen Computerbenutzern häufig vernachlässigt. Das kann im Einzelfall teuer werden.

Führt ein fahrlässiger Fehler des Mitarbeiters einer EDV-Firma bei Arbeiten an der EDV-Anlage eines Anwenders zum totalen Datenverlust, haftet die Firma für den entstandenen Schaden in vollem Umfang. Allerdings nach Meinung des Oberlandesgericht Karlsruhe mit einer Ausnahme: Hat der Anwender es versäumt, eine Datensicherung vorzunehmen und wird deshalb der Schaden höher, so trägt der Computerbenutzer eine Mitschuld an dem Schaden. Das führt zu der unangenehmen Folge, daß nicht alle Schäden von der EDV-Firma übernommen werden müssen, sondern nur ein Teilbetrag (Az.: 10 U 123/95).

Bevor man als EDV-Anwender Arbeiten an der EDV-Anlage durchführen läßt, sollte also eine komplette Datensicherung durchgeführt werden. Zum einen hält sich bei einem Datenverlust der Schaden dann in Grenzen und ist leichter zu reparieren, zum anderen kann im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung eine Mitschuld nicht angenommen werden.

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