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| 16.02.2006

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Aus IZ05/2006, S. 24

Von IZ

In diesem Artikel:

Welche Wohnung hätten Sie denn gern?

Passivhaus, Seniorenappartement, Reihenhaus, Stadthaus - die Liste der marktgängigen Wohnungstypen wird immer länger. Wohin soll man sich als Bauträger wenden? Experten raten zu Nischenprodukten, inte [...]

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Stadtplanung:

Frankfurt setzt auf Konversion

Der Leiter der Stadtplanung, Dieter von Lüpke, glaubt, dass die Abwanderung ins Umland bald zum Stillstand kommen wird.

"Dem Suburbanisierungsprozess geht das Personal aus", zitierte Lüpke den Soziologen Hartmut Häußermann. Weniger Familien bedeuteten weniger Abwanderung, lautet die dieser Prognose zu Grunde liegende Logik. Außerdem machten die hohen Energiepreise das Pendeln in die Stadt bald unwirtschaftlich, prophezeite der Stadtplaner, der bei einem Seminar von Bernd Heuer Dialog sprach. Lüpke gab sich als ein Anhänger des Städtebaus des 19. Jahrhunderts zu erkennen. Dieser habe bewiesen, "dass er nachhaltig nutzbar ist". Die Stadt sei gut beraten, meint er, im Wohnungsbau nicht nur auf Qualität, sondern auch auf Quantität zu achten. Diesem Ziel diene ein "ehrgeiziges Wohnbaulandentwicklungsprogramm" mit einer angestrebten Bereitstellung von Bauland für 24.000 Einheiten bis zum Jahr 2015. Dies entspreche zwar rund 8% des Wohnungsbestandes der Stadt, doch durch die Realisierung dieses Programms hole Frankfurt lediglich den Rückstand bei der Pro-Kopf-Versorgung mit Wohnfläche gegenüber dem heutigen Bundesdurchschnitt auf (36 m2 gegenüber 39 m2). Lüpke hält die Aktivierung zusätzlicher Potenziale für geboten. Dabei setzt er eher auf Konversionsflächen denn auf die Ausweisung weiterer Baugebiete am Stadtrand. Von der Umwandlung von Büros in Wohnraum verspricht er sich nicht allzu viel. Die Stadt habe bei den Anmeldungen für den regionalen Flächennutzungsplan auf peripher gelegene Areale weit gehend verzichtet, teilte er mit. Als Ausdruck der neuen Politik muss der kürzlich von der Stadt beschlossene Kauf des Naxos-Geländes (siehe IZ 4/05) gesehen werden. Das ehemalige Industrieareal in Bornheim soll ein Wohngebiet werden. Am Ende seines Vortrags stellte Lüpke einen Katalog von städtebaulichen und architektonischen Qualitätsansprüchen der Stadt vor. Sie lauten u.a.:

. Zahl der Wohnungen an einem Treppenaufgang begrenzen, um der Anonymität vorzubeugen,

. verschiedene Wohnungsgrößen in einem Haus anbieten,

. Wohnungen durchs ganze Haus legen ("von vorne nach hinten durchwohnen"),

. Länge der Grundstücksgrenzen minimieren (weniger Nachbarschaftsstreit),

. bei Reihenhäusern Achsbreite von 6 m wählen,

. Stellplätze möglichst vor dem Haus platzieren,

. Gärten individuell nutzen,

. großzügige Nebenräume, Barrierefreiheit, niedrige Nebenkosten, Sicherheit im Gebäude. (cvs)