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| 30.06.2005

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Aus IZ14/2005, S. 15

Von IZ

In diesem Artikel:
  • Projekte:
    Bundesministerium der Justiz
  • Unternehmen:
    Immobilien Zeitung Verlagsgesellschaft
  • Organisationen:
    Bundesgerichtshof (BGH), Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, Bundesrechtsanwaltskammer
  • Personen:
    Beate Heilmann, Heidrun Sachse-Chladek, Peter Scholz, Manuel Biermann, Daniela Best, Heinz-Joachim Wesselburg, Melanie Mandis

Zwei Fachanwaltstitel für die Immobilienbranche

Insgesamt sechs neue Fachanwaltsbezeichnungen hat sich die Anwaltschaft gegeben. Darunter zwei Titel, die für Immobilienfachleute relevant sind: der Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht und [...]

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Die Voraussetzungen

Formale Vorschriften:

Die Neufassung der Fachanwaltsordnung (FAO), die dann auch die Voraussetzungen für die immobilienspezifischen Fachanwaltstitel enthält, tritt am 1. Juli 2005 in Kraft.

Die FAO fordert von denjenigen, die einen Titel beantragen, dass besondere theoretische und praktische Kenntnisse nachgewiesen werden. Außerdem muss der Antragsteller innerhalb der vergangenen sechs mindestens drei Jahre als Anwalt zugelassen und tätig gewesen sein. Für den Erwerb des theoretischen Wissens ist die Teilnahme an einem Lehrgang von mindestens 120 Stunden mit mindestens drei Klausuren erforderlich. Eventuell führt der über den Antrag entscheidende Ausschuss sogar noch ein Fachgespräch mit dem Bewerber. Die praktischen Kenntnisse werden durch so genannte Falllisten belegt, die unter anderem Gegenstand, Art der Tätigkeit und den Stand des Verfahrens enthalten müssen. Für jeden Fachanwaltstitel ist genau festgelegt, wie viele Mandate bearbeitet worden und auf welchen Rechtsgebieten Kenntnisse vorhanden sein müssen. Ferner schreibt die FAO den Fachanwälten eine jährliche Fortbildung oder Veröffentlichung in dem Fachgebiet vor - sonst ist der Titel wieder weg.

Miet- und Wohnungseigentumsrecht:

Der Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht muss 120 Fälle, davon mindestens 60 gerichtliche Verfahren, belegen. Mindestens 60 Fälle müssen sich auf die Bereiche der Wohnraummietverhältnisse und das Wohnungseigentumsrecht beziehen. Die nachzuweisenden Kenntnisse umfassen: das Recht der Wohnraummietverhältnisse und der Gewerberaummietverhältnisse, das Pacht-, Wohnungseigentums-, Makler- und Nachbarrecht, die Grundzüge des Immobilienrechts, miet- und wohnungseigentumsrechtliche Bezüge zum öffentlichen Recht einschließlich Steuerrecht sowie miet- und wohnungseigentumsrechtliche Besonderheiten des Verfahrens- und Vollstreckungsrechts.

Bau- und Architektenrecht:

Der Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht muss 80 Fälle nachweisen, davon mindestens 40 gerichtliche Verfahren, darunter mindestens sechs selbstständige Beweisverfahren. Die nachzuweisenden Kenntnisse umfassen: das Bauvertragsrecht, das Recht der Architekten und Ingenieure sowie der öffentlichen Vergabe von Bauaufträgen, Grundzüge des öffentlichen Baurechts und die Besonderheiten bei der Verfahrens- und Prozessführung.

(c) Immobilien Zeitung