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| 10.03.2005

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Aus IZ06/2005, S. 23

Von IZ

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    KPMG, Landesbank Bremen, LEG Standort- und Projektentwicklung
  • Organisationen:
    SPD, Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen (LEG NRW), Stadt Krefeld, Polizei
  • Personen:
    Ulrich Tappe, Rainer Witzel, Barbara Clemens, Ferdinand Tiggemann, Jochen Schmidt, Christine Mattauch, Manfred Morgenstern, Heinz-Josef Fabri, Wolfgang Bischoff, Uwe Diekmann

Immer tiefer im Korruptionssumpf

Im vergangenen November durchsuchte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft überraschend die Zentrale der Landesentwicklungsgesellschaft NRW (LEG) in der Düsseldorfer Roßstraße - und wurde fündig. Ende Fe [...]

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Meinung

zu: "Immer tiefer im Korruptionssumpf"

"Das habe ich nicht erwartet, als ich hier angefangen habe", stöhnt die LEG-Pressechefin Christine Mattauch. Und in der Tat, ein solches Ausmaß an Korruption ist wohl in ganz Nordrhein-Westfalen einmalig.

Aus einem Korruptionsverdacht von Ende November 2004 sind bis Anfang März 2005 gleich drei Ermittlungsbereiche geworden: der Verdacht gegen Ex-Geschäftsführer Rainer Witzel, die Ermittlungen wegen Schmiergeldzahlungen in Krefeld und die gegen Mitarbeiter der LEG-V.

Neben der Tatsache, dass die Schmiergelder quer durch alle Parteien und Institutionen geflossen zu sein scheinen, ist besonders Besorgnis erregend, dass es offenbar bei der Landesentwicklungsgesellschaft eine über alle Hierarchien verteilte Selbstbedienungsmentalität gibt. Über Jahre verdiente sich ein Mitarbeiter ein ordentliches Zubrot, indem er zu privatisierende Wohnungen offenbar auf eigene Faust an die künftigen Eigentümer brachte - zu Lasten seines Arbeitgebers.

Ex-Geschäftsführer Witzel soll nach Aussagen der Staatsanwaltschaft verdeckt Geschäftsanteile einer GmbH besessen haben, über die Bestechungsgelder im sechsstelligen Bereich geflossen seien. Und auch Witzels Nachfolger wurden vermutlich nicht grundlos in den einstweiligen Urlaub geschickt.

Was auch immer die Zukunft noch ans Licht bringen wird, eines ist klar: In einem Unternehmen, in dem eine solche Häufung von Bestechungen und Korruption auftritt, kann es mit der Loyalität der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber nicht weit her sein. Ob ein Anti-Korruptionsbeauftragter da weiterhelfen kann, darf zumindest bezweifelt werden. (thk)