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| 16.11.1995

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Aus IZ25/1995, S. 21

Von pb

In diesem Artikel:

Privatisierung nach dem Altschuldenhilfegesetz: In den neuen Ländern ziehen nicht alle mit Die eigenen vier Wände locken nur die Wenigsten - Der Privatisierungsdruck ist zu groß / Aus der Chronik zweier Einzelgänger

Chemnitz (EB) pb - Die Chemnitzer Allgemeine Wohnungsbaugenossenschaft (CAWG) hat entschieden, nicht zu privatisieren, verzichtet also somit auf eine nach dem Altschuldenhilfegesetz mögliche Teilentla [...]

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Die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Chemnitz West hat sich entschieden, und schlägt damit den selben Weg wie die CAWG ein, nur die Zinshilfe in Anspruch zu nehmen. Die Immobilien Zeitung fragte Gerd Laeßig, Vorstandsvorsitzender der WBG, nach dem Wie und Warum:

IZ: Welche Überlegungen liegen dieser Entscheidung zugrunde? Belaufen sich die Belastungen auf weniger als 150DM/m2, fällt also die WBG nicht unter die Altschulden-Regelung? Oder stecken andere Gründe dahinter?

Laeßig: Ausgehend von der Tatsache, daß unsere Altschulden 185,93DM/m2 Wohnfläche betragen, das sind rund 32 Mio. DM insgesamt, und wir damit nur knapp 36DM über der Kappungsgrenze von 150DM/m2 liegen, haben sich der Aufsichtsrat und der Vorstand entschlossen, nur die Zinshilfe in Anspruch zu nehmen. In der Vertreterversammlung fand diese Entscheidung Zustimmung.

IZ: Welche Folgen hat diese Entscheidung für die WBG? Wirkt sie sich nicht investitionshemmend aus? Was sind die Vorteile?

Laeßig: Damit sind wir nicht gezwungen, unter dem bestehenden Zeitdruck Wohnungen zu veräußern. Die Regelung im Mietenüberleitungsgesetz wirkt sich natürlich investitionshemmend für die Genossenschaft aus. Mit der Zahlung der Zinsen und der Tilgung ab dem 1. Juli 1995 müssen Mittel aus der Instandsetzung für die Deckung des Kapitaldienstes verwendet werden. Die Grundmietenerhöhung ab dem 1. August 1995 beläuft sich zur Deckung des Kapitaldienstes (ca. 1,30DM/m2) auf 0,61DM/m2, das sind nicht mal 50%. Um diese Prozentzahl müssen wir 1995 und in den Folgejahren weniger sanieren und modernisieren. Das heißt, an Stelle von einer Zehn-Jahres-Frist für die Sanierung und Modernisierung aller unserer Wohnhäuser werden es wohl 20 Jahre werden.

IZ: Herr Laeßig, wir danken Ihnen für das Gespräch.