Sie verwenden iz.de als Gastnutzer

| 27.11.2003

Premium Bis zu 6 Premium-Inhalte / Monat im Basis-Paket (Print-Abo), unbegrenzt im Premium-Paket.
Aus IZ24/2003, S. 21

Von IZ

In diesem Artikel:

Tishman Speyer goes Opernplatz

Wenige Stunden vor Ablauf des städtischen Ultimatums hat die Zürich-Versicherung einen Investor gefunden, der ihr das Grundstück am Opernplatz mitsamt Bauverpflichtung abkauft: Tishman Speyer. Der Dea [...]

Registrieren Sie sich kostenfrei und lesen Sie den Artikel weiter!


Mit Ihrer Registrierung willigen Sie in unsere AGB ein. Für die Nutzung unserer Services und Produkte gilt zudem unsere Datenschutzerklärung.
Kommentar

zu: "Tishman Speyer goes Opernplatz"

Tishman Speyers Glaube an Frankfurt scheint unerschütterlich zu sein. Wie wäre es sonst zu erklären, dass die Amerikaner mit zwei offenen Baustellen im Kreuz - MAC am Flughafen und Access Tower in Niederrad - ein drittes Projekt dieser Größenordnung beginnen?

Bei näherem Hinsehen jedoch hat der New Yorker Projektentwickler eine vollkommen nachvollziehbare Entscheidung getroffen. Die drei Objekte kommen sich, was potenzielle Mieter betrifft, nicht in die Quere. Zudem müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn sich für Flächen in dieser Lage keine Mieter fänden. Drittens übernimmt Tishman Speyer ein fix und fertig entwickeltes Projekt, das andere politisch durchgefochten haben. Das spart Geld, Energie und jede Menge Nerven. Und schließlich dürfte eine Gelegenheit wie diese so schnell nicht wiederkehren. Die Zürich-Versicherung musste verkaufen. Hätte sie nur einen Tag länger gewartet, hätte das Grundstück an der Alten Oper drastisch an Wert verloren. Die Verhandlungskonstellation erinnert an den "Frankfurter Welle"-Deal zwischen Difa und Metallgesellschaft vis à vis am Reuterweg. Auch die Hamburger machten sich seinerzeit den Umstand zu Nutze, dass der vom Konkurs bedrohte Konzern den Abschluss um fast jeden Preis brauchte. Ähnlich entschlossen greift nun Tishman Speyer die Gelegenheit beim Schopfe. Die Herren aus New York sichern sich, so darf man annehmen, ein Filetgrundstück zum Ausverkaufspreis.

Für Edwin Schwarz wiederum ist die Einigung der bisher größte wahrnehmbare Erfolg seiner Amtszeit. Das Ultimatum hat sich als das richtige Mittel erwiesen, der Zürich-Versicherung Beine zu machen. Die Einschätzung von Beobachtern bestätigt sich, dass der bieder und zurückhaltend auftretende Stadtrat doch der richtige Planungsdezernent zur richtigen Zeit ist. Während sein konzeptionell denkender Vorgänger ein Projekt nach dem anderen initiierte, bleibt es Schwarz vorbehalten, die Agenda der Ära Martin Wentz abzuarbeiten. Dafür braucht es kein visionäres Denken, aber Geduld, Zähigkeit und taktisches Geschick. Schwarz scheint diese Eigenschaften zu besitzen. (cvs)

In Netzwerken weiterempfehlen