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| 22.05.2003

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Aus IZ11/2003, S. 1

Von IZ

In diesem Artikel:

Die TAG-Aktie verliert immer weiter an Wert

Die Immobilienaktiengesellschaft TAG hat ihre Bilanzierung auf IAS-Standard umgestellt. Damit möchte sie ihre Reserven und Ertragsperspektiven den Anlegern stärker verdeutlichen. Die Aktie hätte mehr [...]

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Kommentar

"TAG-Aktie verliert weiter an Wert"

Wie schön hätte es alles doch werden können. "Allen Grund zum Optimismus" versprach der TAG-Aufsichtsratsvorsitzende Lutz Ristow den Immobilien-AGs anlässlich der "Initiative Immobilien-Aktie" im Herbst 2001. Das Kapital, vom Neuen Markt enttäuscht, suche jetzt Sicherheit, sagte er. Die könne die Immo-Aktie bieten. Industrieunternehmen, Kommunen, Private auf der Suche nach Vermögensverwaltung würden sich bald der Managementkompetenz der Immobilien-AG anvertrauen. Immobilienaktien verfügten über "Substanz und Ertrag" und könnten daher durch die Ausgabe von Aktien ihre Akquisitionen finanzieren, versprach Ristow dem Publikum.

Die TAG werde deutschlandweit expandieren, in Logistikimmobilien und Parkhäuser investieren sowie gezielt in einzelnen Auslandsmärkten akquirieren. Eine "Führungsgesellschaft" für Gewerbeimmobilien werde man übernehmen, den Wohnungsbestand in den Wachstumsmärkten Hamburg, Berlin, München, Rhein-Main und Rhein-Ruhr ausbauen. Die TAG freute sich über eine Analyse der Berenberg Bank vom August 2001, die deren Nettoinventarwert "konservativ bewertet" bei 50 EUR/Aktie angesetzt hatte. Heute rangiert das TAG-Papier bei gerade mal ca. 6 EUR.

Was war geschehen? War allein die desaströse Entwicklung an der Börse schuld? Schwer zu glauben angesichts der Tatsache, dass der "Substanzwert" TAG im Jahresverlauf 2002 sogar noch tiefer rutschte als Dax und S-Dax. Lag es an der mangelnden Pflege der Investor Relations? Immerhin hatte die TAG auch der zweiten "Initiative Immobilien-Aktie" 2002 die Treue gehalten, bekräftigte dort ihre Absicht, eine Gewerbeimmobiliengesellschaft zu übernehmen und dem Anleger Substanz und Ertrag zu bieten. Doch wie es scheint, interessiert die Story einfach niemanden. Dringender noch als eine Gewerbeimmobilienholding braucht die AG nun Wohnungspakete mit positivem Cash-flow. Finanzierungsrisiken, heißt es im Konzernlagebericht, könnten den Bestand der Gesellschaft gefährden.

Dabei war es für Ristow beim ersten Mal so gut gelaufen. Mitte der 90er Jahre hatte er die RSE (wie die TAG ursprünglich eine kleine Eisenbahngesellschaft) übernommen und in Windeseile zu einem Konzern mit 38.000 Wohnungen und Beteiligungen im Bereich Gewerbeimmobilien ausgebaut. Im Februar 2000 wurde die RSE mit einer Bilanzsumme von knapp 1,5 Mrd. EUR durch Aktientausch von der WCM übernommen - eine Erfolgsstory aus anderen, glücklicheren Börsenzeiten. Dass sie mit der TAG wiederholt werden kann, ist nach momentaner Lage der Dinge unwahrscheinlich. (mol)