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| 25.04.2003

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Aus IZ09/2003, S. 10

Von Carsten Hormann

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Aengevelt
  • Personen:
    Dirk Schäfer, Carsten Hormann

Eine Reißleine für den Mietvertrag?

Untervermieterlaubnis fordern, Vermieter lehnt ab, kündigen - so einfach stellt sich der eine oder andere Mieter die Auflösung eines nicht mehr gewünschten Mietverhältnisses vor. Rechtskundigen Vermie [...]

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Der Autor: Carsten Hormann ist Rechtsanwalt der internationalen Rechtsanwaltskanzlei Hammonds, Berlin.

Tipp

Unternehmen, die sich über die Bonität künftiger Kunden informieren wollen und denen dafür eine Jahresmitgliedschaft bei einer Wirtschaftsauskunftei zu teuer ist, bietet die Deutsche Wirtschaftsauskunft eine Alternative. Statt einen Mitgliedsbeitrag zu verlangen, rechnet sie die Abfragen einzeln ab. Die Grob-Überprüfung von Privatpersonen kostet 13,50 EUR, die von Unternehmen 27 EUR. Eine umfassende Recherche liegt bei 67,50 EUR. Infos unter www.deutsche-wirtschaftsauskunft.de.

Meinung

Dirk Schäfer, Geschäftsleitung Aengevelt Immobilien, verantwortlich im Bereich gewerbliche Vermietung

Das gegenwärtig umfängliche Angebot an Untermietflächen führt zu Verzerrungen an den Büromärkten, denn ein erheblicher Teil dieser Angebote fließt in keine Leerstandsstatistik ein und erhöht dennoch den Druck auf das Mietpreisgefüge "regulärer" Angebote. Es wäre allerdings zu einseitig, diese Entwicklung pauschal negativ zu bewerten: Untervermietende Unternehmen können so ihre Betriebskosten senken. Diese Flächen bieten vor allem jungen Unternehmen die Möglichkeit, sich zu günstigen Mietpreiskonditionen in ansonsten für sie nicht bezahlbaren Lagen anzusiedeln.

Zunächst stellt sich indessen die Frage, ob ein Unternehmen überhaupt untervermieten darf. Zudem ist zu klären, ob die Untermietbereiche räumlich zu trennen sind und über separate Zugänge verfügen, falls Restflächen vom Hauptmieter gemietet bleiben. Ist dies nicht der Fall, bedeutet eine Untervermietung ein Sicherheitsrisiko für beide. Oftmals ist allein aus diesem Grund eine Untervermietung rechtlich und versicherungstechnisch nicht möglich.

Das größte Risiko jedoch stellt die Gefahr der Insolvenz des Untervermieters dar. Die hieraus resultierende sofortige Kündigungsmöglichkeit des Hauptmietverhältnisses schlägt auf den Untermieter durch. Im schlimmsten Fall steht er plötzlich ohne Geschäftsflächen da.

Deshalb sollte ein Angebot vertraglich gebundener Überschussflächen stets im individuellen Fall geprüft werden. Untervermietung ist für den Mieter oft mit hoher Subventionierung seiner Miete verbunden und entbindet ihn nicht vom mietvertraglichen Haftungsrisiko gegenüber dem Vermieter. Nicht nur deshalb ist dem Mieter die Aufnahme von Gesprächen zur vorzeitigen Mietvertragsauflösung zu empfehlen.

Auch für den Eigentümer könnte es durchaus sinnvoll sein, verbunden mit oder sogar ohne direkte Nach-/Neuvermietung, das Mietverhältnis mit dem bereits ausgezogenen bzw. ausziehwilligen Mieter vorzeitig zu beenden.