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| 30.01.2003

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Aus IZ03/2003, S. 20

Von IZ

In diesem Artikel:

Der amerikanische Traum ist ausgeträumt

Der Trump Tower kommt nun definitiv nicht. Wie bereits angekündigt, hat der Gemeinderat der Stadt Stuttgart die Erstellung eines neuen Bebauungsplans beschlossen. Damit wird das alte, das einen 150 m [...]

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Kommentar

zu "Der amerikanische Traum ..."

Stuttgart wäre so gerne eine Weltstadt. Wer sich die großen Projekte in der Landeshauptstadt einmal anschaut, dem wird dieser Minderwertigkeitskomplex der Schwaben klar. Und: alle diese Vorhaben scheinen vom Pech verfolgt.

Die Reihe der missglückten Großprojekte in Stuttgart ist lang. Sie beginnt mit dem SI-Zentrum, dem Musicaltempel, den Rolf Deyhle in Möhringen errichtet hat. Bereits 1998 geriet er damit ins Trudeln - die Veränderungen und Rettungsaktionen um das Projekt, das längst verschiedenen Banken gehört, füllen Bände. Nicht viel besser sieht es mit der lange angekündigten und nie realisierten Galeria Ventuno auf dem Stuttgart-21-Areal aus. Die Megamall, die längst eröffnet sein sollte, existiert nur noch auf Plänen in den Schubladen von Baubürgermeister Matthias Hahn. Und ob sich die Stadt mit dem 460-Mio.-EUR-Kauf der Grundstücke von Stuttgart 21 einen Gefallen getan hat, dürfte mehr als fraglich sein.

Ebenfalls Zweifel sind bei der Realisierbarkeit der neuen Messe am Flughafen angebracht. Nach Ankündigungen und Präsentationen auf den Immobilienmessen wurden die Pläne zunächst zusammengestrichen. Jetzt wurde der Klage der Filderbauern stattgegeben, die sich partout nicht von ihren Äckern trennen wollen. Ob und wann das Messegelände kommt, steht in den Sternen.

Zum Paradestück von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster ist jedoch der Trump Tower geworden. Mit stolz geschwellter Brust kehrte er aus Berlin zurück, wo ihm die TD Trump Deutschland AG ihre Aufwartung gemacht hatte. "Stuttgart", so erklärte er, "bekommt den ersten Trump Tower Deutschlands." Zuhause angekommen, hielt sich der Beifall seiner Wähler jedoch in Grenzen. Plötzlich war von Sichtachsen die Rede und davon, dass sich Grundstückseigner auf dem Pragsattel gar nicht von den benötigten Flächen trennen wollen. Nun wurde den Investoren, die noch immer beteuern, das Vorhaben realisieren zu wollen, formal der Boden unter den Füßen weggezogen. Statt einem Turm mit 180 m Höhe will Schuster jetzt vier mit bis zu 110 m bauen lassen.

Viel heiße Luft also aus dem Stuttgarter Rathaus. Schusters Erklärung zu dem Desaster: "Hinterher", so der Oberbürgermeister, "ist man ja immer klüger." (thk)