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| 19.12.2002

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Aus IZ26/2002, S. 8

Von Prof. Dr. sc. techn. Bernd Scholl

In diesem Artikel:

Nicht bloß "Action": Aktionsplanung statt Aktionismus

Die Vielzahl der Projektbeteiligten mit ihren unterschiedlichen Interessenschwerpunkten ist eines der Hauptprobleme in der Projektentwicklung. Konflikte sind der Normalfall, nicht die Ausnahme. Dennoc [...]

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Prozessoptimierung in der Projektentwicklung

Inhaltsübersicht

1. Prozessmanagement führt zur Optimierung in der Projektentwicklung - Einführung

2. Der Workshop als zielführendes Instrument der Projektentwicklung

3. Guachterverfahren, Mehrfachbeauftragung

4. Investorenauswahlverfahren

5. Aktionsplanung

6. Beteiligungen (insb. Bürger-)

7. Städtebauliche und architektonische Wettbewerbe

8. Ausblick

Glossar

Routine(-aufgaben/-organisation)

Arbeitsabläufe und Prozeduren, die fortlaufend und wiederkehrend auftreten und nach einem im Vorhinein feststehenden Regelwerk verrichtet werden, bezeichnet man auch als Routinen. Ihre Erledigung erfolgt innerhalb der bestehenden Regelorganisation von Verwaltungen und Unternehmen. Sie bedürfen keiner besonderen Vorkehrungen. Schnittstellen zu anderen Aufgaben sind klar definiert (Beispiele: Ausstellen eines Führerscheins oder Buchung von Geschäftsvorgängen).

Projekt(-aufgaben/-organisation)

Ein Projekt ist ein "zeitlich begrenztes Vorhaben zur Schaffung eines einmaligen Produktes oder einer Dienstleistung" (PMI Standards Committee: Project Management Body of Knowledge, 1996). Gemäß DIN 69901 ist es außerdem finanziell und personell begrenzt und gegenüber anderen Vorhaben klar abgegrenzt. Für seine Bewältigung bedarf es einer Projektorganisation (die meist einer Matrix-Organisation entspricht) und der Anwendung von Methoden des Projektmanagements. Immer lassen sich verschiedene Phasen unterscheiden (Beispiel: Planung und Errichtung eines Bauwerks).

Schwerpunktplanung (-aufgaben/-organisation)

Schwerpunktplanungen lassen sich weder routinemäßig abarbeiten noch sind sie wie Projekte klar begrenzt. Im Gegenteil, es muss erst geklärt werden, welche Projekte und schließlich auch welche Routineaufgaben aus einer zunächst unübersichtlichen Situation herauszulösen sind. Das Hauptmerkmal einer Schwerpunktaufgabe ist also die Herausarbeitung und Klärung von Lösungsprozessen. Hilfsmittel dazu sind die im Beitrag vorgestellte Ad-hoc-Organisation und der Rhythmus, also ein regelmäßiges Treffen zur schrittweisen Reduktion der Komplexität.

Routine, Projekt und Schwerpunktplanung stellen im Hinblick auf die Charakteristika

· Unkonkretheit der Aufgabenstellung,

· Unübersichtlichkeit bzgl. bestehender Konflikte und deren Lösungen,

· Bedarf an Fachwissen unterschiedlicher Disziplinen und

· Zahl erkennbarer Konflikte

eine Klimax dar.

Exekutivvertreter

Auf Grund von gesetzlichen Bestimmungen demokratisch oder gesellschaftsrechtlich legitimierte Handlungsbevollmächtigte der Gebietskörperschaften und handelnden Unternehmen (z.B. [Ober-]Bürgermeister, Planungsdezernent, Vorstand, Geschäftsführer, Niederlassungsleiter); für die Akzeptanz und unmittelbare Umsetzbarkeit des Ergebnisses einer Schwerpunktplanung ist die hochrangige Besetzung der Ad-hoc-Organisation äußerst wichtig. Selbstverständlich ist es möglich, ja sogar erwünscht, dass die Handlungsbevollmächtigten ihre internen Fachexperten in die Ad-hoc-Organisation integrieren.

Ideenkonkurrenz

Parallele Bearbeitung einer Planungsaufgabe durch mehrere Büros, im Ausnahmefall auch durch ein Büro, wenn durch die interne Organisation (mehrere interne Planungsteams) eine konkurrenzähnliche Situation hergestellt werden kann; im ersten Fall entspricht dieses Verfahren der Mehrfachbeauftragung, wie sie in Teil 3 dieser Artikelserie vorgestellt wurde, bzw. kommt dieser sehr nahe. Jury, Experten, betreuendes Büro etc. ergeben sich dabei aus der Ad-hoc-Organisation und müssen nicht wie in einem Gutachterverfahren (völlig) neu konstituiert werden.

Übersicht

Alle Arten von Plänen, Diagrammen, Grafiken, Skizzen, Listen und Texten, die die Ausgangssituation sowie den jeweiligen Bearbeitungsstand darstellen und fortschreiben; insbesondere kommt es darauf an, die Übersicht über die als erledigt (hinreichend geklärt) geltenden (Teil-)Probleme einer Schwerpunktaufgabe zu bewahren.

Der Autor: Prof. Dr. sc. techn. Bernd Scholl ist Ordinarius und Leiter des Instituts für Städtebau und Landesplanung der Uni Karlsruhe (TH), zudem u.a. Mitglied der Akademie für Raumforschung und Landesplanung, Gründungsmitglied der Stiftung Förderkreis Baukultur sowie Teilnehmer an mehreren Jurien für städtebauliche Projekte. Seit 1998 wirkt er in der Auswahlkommission für die Überbauung des neuen Flughafenbahnhofs in Frankfurt am Main mit, seit 2001 hat er den Vorsitz des Konsiliums Aktionsprogramm Europa Viertel inne.