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| 24.05.2002

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Aus IZ11/2002, S. 18

Von IZ

In diesem Artikel:

Vom Bittsteller zum König Kunde

Die Verhältnisse auf dem Berliner Wohnungsmarkt haben sich in den vergangenen zehn Jahren grundlegend geändert, heißt es im ersten Berliner Wohnungsmarktbericht. Aus dem Vermietermarkt sei ein Mieterm [...]

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So "schön" war's früher

Zu alten Westberliner Zeiten ging die Wohnungssuche etwas weniger begüterter Einwohner so: Samstag Abend, Bahnhof Zoo, Zeitungsstand unter der Brücke. Gelangweilter Verkäufer, vor ihm eine lange Warteschlange. Plötzlich kommt Bewegung in die Masse. Ein Lieferwagen spuckt druckfrische Exemplare einer Gazette aus dem Hause Axel Springers aus. Abgezählte Geldstücke prasseln dem Mann in die Hand und per Schweinsgalopp ab in die nächste Telefonzelle (das Handyzeitalter ist noch weit), die jemand mit breitem Kreuz und grimmigem Lächeln mit Pseudotelefonaten belagert hat. Groschen klackern, beim ersten auch nur halbwegs akzeptablen Angebot rotiert die Wählscheibe (eine Systematik, die Zweizimmerwohnungen auf einen Blick von Jugendstilvillen trennt, ist noch nicht erfunden). Die ersten Minuten zählen, danach legt der durchschnittliche Berliner Hausbesitzer (54% aller Bleiben sind im Privatbesitz) den Hörer daneben. Besichtigungstermin ergattert? Also wieder Schlange stehen, im Anschluss daran dunkle, kalte Wohnlöcher über den grünen Klee loben. Der Zuschlag wird, wenn überhaupt, nur gegen hohe Abstandszahlung erteilt. 10.000 DM für einen kaputten Kühlschrank oder für von Motten zerfressene Badezimmervorhänge sind keine Seltenheit.