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| 28.03.2002

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Aus IZ07/2002, S. 3

Von IZ

In diesem Artikel:

Entscheidungsjahr 2002: Die Expo Real greift die Mipim an

Die internationale Gewerbeimmobilienmesse Expo Real wird in diesem Jahr die Größenordnung der Mipim erreichen. Cannes und München gleichen ihr Profil immer stärker an. Werden die Investoren trotzdem b [...]

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Mipim-Bilanz 2002

Deutsche Mipim-Messebeobachter konnten in diesem Jahr den Eindruck gewinnen, dass sich die meisten Gespräche ihrer Landsleute um die Messe selbst - also die Stimmung und die künftige deutsche Präsenz in Cannes - drehten. Als wäre es nicht der abflauende Immobilienmarkt mit dem Mangel an interessanten neuen Projekten, sondern die "überteuerte und überreglementierte" Mipim, die die Besucher daran hinderte, gute Geschäfte zu machen. Die fehlenden Besuchermassen wurden nicht als Abbild der Konjunktur, der Rationalisierungen und Fusionen gewertet, sondern als Indiz für die angeblich nachlassende Popularität der Messe.

Zahlreiche Länder sahen das offensichtlich anders: Spanien, Italien, Belgien, Schweden, Polen und Tschechien haben dieses Jahr ihre Präsenz in Cannes erweitert. Erstmals konnten die Besucher auch mit Ausstellern aus Singapur, Thailand, Vietnam, Malaysia und Australien Kontakte knüpfen. Themen-Pavillons widmeten sich noch weitgehend unerschlossenen Immobilienregionen wie Südafrika oder dem asiatisch-pazifischen Raum.

Viele deutsche Besucher erlebten in diesem Jahr offenbar die wachsende Internationalisierung und die strukturellen Veränderungen des Immobiliengeschäftes am eigenen Leibe und nicht immer wurde die Erfahrung als erfreulich empfunden. Vielen, die zuvor als Incentive einen Mipim-Besuch spendiert bekamen und die Hallen auf der Suche nach ausgefallenen Give-aways durchstreiften, hatte dieses Jahr der Rotstift einen Strich durch die Rechnung gemacht: Sie blieben zu Hause. Gleichzeitig präsentierten sich erstmals Investmentstandorte, die bei westlichen Investoren bislang eher als Entwicklungsländer geführt wurden.

Das Mipim-Jahr 2002 trennte die Branche nicht mehr nach Regionen, sondern nach Hierarchien. Und während die erste Garde der Großkonzerne entspannt ihre generalstabsmäßig geplanten Gesprächstermine absolvierte, stellten sich viele andere Messebesucher die Sinnfrage, welchen Nutzen Veranstaltungen wie diese zum Knüpfen neuer Kundenverbindungen bringen.

Die Messeveranstalter sollten diese Entwicklung in ihrem eigenen Interesse aufmerksam verfolgen. Denn für Verabredungen unter Topmanagern braucht man keine großen Messestände - man zieht sich ohnehin auf Boote oder in Restaurants zurück. Ein 20%iger Aufschlag auf den Standpreis vom letzten Jahr - begründet mit der Zusicherung, das Besucheraufkommen werde nochmals stark steigen - beflügelt solche Tendenzen. (mol)