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Unternehmen | 31.01.2002

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Aus IZ03/2002, S. 9

Von IZ

In diesem Artikel:

VON REZESSION KEINE REDE ...

AUS DEN FOREN MITGENOMMEN

"Mit regionalen und subregionalen Ausnahmen" stabilisiere sich für dendeutschen Wohnungsmarkt langfristig eine Tendenz zum Mieter- undKäufermarkt, erklärte GdW-Chef [...]

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"Mit regionalen und subregionalen Ausnahmen" stabilisiere sich für den deutschen Wohnungsmarkt langfristig eine Tendenz zum Mieter- und Käufermarkt, erklärte GdW-Chef Lutz Freitag. Die Wohnungswirtschaft müsse darauf mit "hoher Qualität, realistischen Preisen und der Realisierung von Wertschöpfungspotenzialen" antworten. Bis 2020 werde der Bevölkerungsrückgang durch steigende Wohnungsnachfrage überkompensiert, die sich an den Wanderungsbewegungen orientiert. Durch die wachsende Mobilität der Bevölkerung verschiebt sich der Wohneigentumserwerb zeitlich nach hinten. Freitag rechnet mit einer "Renaissance der Miete".

Für Howard Ronson, International Chairman der HRO Group, sind in Europa keine neuen Zukunftsmärkte in Sicht. In den letzten Jahren hätten sich die wichtigen Hochburgen etabliert. "Es werden nicht aus dem Nichts neue Standorte entstehen", so Ronson. Sein Gesprächspartner Michael Gerlich, Vice President von Lend Lease Real Estate Investments Europe, will ihm nicht widersprechen: "Bei den Anlegern besteht die Tendenz, sich nur noch auf solche Großzentren zu beschränken. Der aus den USA bekannte "Megapolis"-Trend zeichnet sich für Europa bereits ab."

Laut Ulrich Pfeiffer, Geschäftsführer der empirica Marktforschung, Bonn, werden die demografischen Veränderungen in Deutschland große Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt haben. Der "Kindermangel" habe erhebliche Rückwirkungen auf die öffentlichen Haushalte, deren finanzieller Handlungsspielraum zunehmend enger werde. Damit sei auch die staatliche Förderung des Wohnungsbaus nicht mehr in bisherigem Umfang möglich, aber auch nicht erforderlich. Die Eigentumsbildung werde zum dominierenden Faktor im Wohnungsneubau, die Bedeutung des Mietmarktes abnehmen. Die Nachfrage nach Bauland in den Innenstädten der süddeutschen Metropolen wird weiter wachsen. Nord- und ostdeutsche Zentren müssten ihre innerstädtischen Flächen "offensiv vermarkten".

Von "Regionen im Wettbewerb" war in den Diskussionsforen wenig zu spüren. Noch immer konzentrieren sich die deutschen Immobilienhochburgen im Wesentlichen auf sich selbst. Die Stimmung scheint das den Playern nicht zu vermiesen. In allen Foren zeigte man sich zuversichtlich, dass das Jahr 2002 für den Büroflächenmarkt zu einem guten, wenn auch nicht sehr guten Jahr wird. Die Vertreter des Ruhrgebiets gaben sich sogar recht kämpferisch. "Das Glas", so Dr. Georg Kottmann, Sprecher des Vorstands der Dortmunder Westhyp, "ist auf keinen Fall leer. Es ist sogar mehr als halb voll."

Einige Investoren und Fondsmanager gerieten gehörig ins Schwitzen. Dafür sorgten im Forum "Office Tomorrow: Anforderungsprofile für flexible, neue Arbeitswelten" Daniel Frutig, Leiter Facilities & Services ASG bei Accenture, Sulzbach/Taunus, und Janet Day-Strehlow, Facility Manager bei der Cisco Systems GmbH, Hallbergmoos. Frutig freute sich darüber, dass das neue Arbeitsplatzkonzept des Beratungsunternehmens den durchschnittlichen Platzverbrauch pro Mitarbeiter im europäischen Durchschnitt auf 6 m2, in Berlin auf sogar nur 1,6 m2 reduziert habe. Prompt sahen Schwarzseher Angestellte künftig in kleinen Verschlägen arbeiten und die Nachfrage nach Bürofläche dramatisch zusammenbrechen. Aber Frutig beruhigte: Die niedrigen Zahlen kämen nur zu Stande, weil sich mehrere Mitarbeiter einen Arbeitsplatz teilten. In Berlin habe Cisco jahrelang nach einem passenden Büro gesucht, erzählte Day-Strehlow. "Wenn wir wüssten, was sie wollen, könnte man alles entsprechend vorbereiten", schlug jemand vor. "Wir ändern alle sechs Monate die Meinung, wie unsere Büros auszusehen haben", hielt die Facility-Managerin dagegen. "Möglicherweise sollten wir rohe Büros vermieten", resümierte ein anderer Teilnehmer. Große Zustimmung bei Day-Strehlow, aber aus Investorensicht auch nicht die optimale Lösung: "Wenn Sie ausziehen, fangen wir an, teuer zurückzubauen, was Sie eingebaut haben." Wie gut vermietbare Büros der Zukunft auszusehen haben, bleibt weiter im Dunkel.