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| 25.10.2001

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Aus IZ22/2001, S. 25

Von Dr. Josef Zeller

In diesem Artikel:

Bei "Unsterblichkeit" gibt es die Erbersatzsteuer

Aus der Sicht des Fiskus ist es gleichgültig, ob Vermögen verschenkt oder vererbt wird: Er kassiert, wenn die Steuerfreibeträge überschritten werden. Diese können allerdings alle zehn Jahre erneut aus [...]

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Der Autor: Dr. Josef Zeller ist Rechtsanwalt in der Münchner Kanzlei Schwarz Kurtze Schniewind Kelwind Wicke.

Stichwort Erbschaft

"Wer nicht erben will, kann es auch bleiben lassen", so Marcus Reiber vom "Informationsdienst Notar und Recht". Gründe dafür, eine Erbschaft auszuschlagen, gebe es zur Genüge.

1. So kann eine Erbschaft beispielsweise für den Begünstigten auch wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen. "Zum Vermögen gehören nämlich stets auch die Schulden", erläutert Reiber. "Der Erbe haftet für die Nachlassverbindlichkeiten unbegrenzt und vor allem aus eigener Tasche." In diesen Fällen kann der Betroffene ein Nachlassinsolvenzverfahren oder eine Nachlassverwaltung beantragen. Die Haftung beschränkt sich dann nämlich nur noch auf sein Erbe. Da dieses Procedere kostspielig und zeitintensiv sei, sei ein Ausschlagen möglicherweise ratsam.

2. Ein weiteres Beispiel, die Annahme der Erbschaft zu verweigern, ist die Zugewinngemeinschaft in der Ehe. Bei einem hohen Zugewinn des Verstorbenen kann es für den überlebenden Ehegatten günstiger sein, auf die Erbschaft zu verzichten und stattdessen den Zugewinn mitsamt "kleinerem Pflichtteil" geltend zu machen.

3. Auch steuerliche Gründe können für eine Ausschlagung der Erbschaft sprechen. "Wer das Erbe eines weitläufigen Verwandten annimmt, findet sich häufig in einer hohen Steuerklasse mit kräftiger Steuerprogression und niedrigen Freibeträgen wieder", weiß Marcus Reiber. "Schlägt er den Nachlass aus und leitet ihn seinen Kindern zu, fällt die steuerliche Belastung im Vergleich oft geringer aus."

Fest steht, eine Erbschaft muss innerhalb einer Frist von sechs Wochen abgelehnt werden. Die Frist beginnt mit dem Tag, an dem man vom Erbe Kenntnis erhalten hat. Verstreicht die Zeit, gilt das Erbe als angenommen und eine Ausschlagung ist nicht mehr möglich. Dann hilft nur noch eine Anfechtung.

(c) Immobilien Zeitung; Quelle: Informationsdienst Notar und Recht