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| 16.06.1995

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Aus IZ13/1995, S. 6

Von mol

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Veba, Veba Immobilien
  • Organisationen:
    Statistisches Bundesamt (Destatis), Deutscher Mieterbund (DMB), Pestel-Institut, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
  • Personen:
    Eduard Pestel, Stefan Kampmann

DSL-Studie meldet Entwarnung auf den Wohnungsmärkten In Ostdeutschland wird bis 2005 ein Überhang von 800.000 Einheiten prognostiziert

Bonn (EPI) mol - Im Auftrag der Deutschen Siedlungs- und Landesrentenbank hat das Eduard Pestel Institut eine Studie zur Entwicklung des deutschen Wohnungsmarktes bis zum Jahr 2005 herausgegeben (wir [...]

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Anleger und Bauherren sehen sich derzeit einer Vielzahl von Prognosen über die Entwicklung des deutschen Wohnungsmarktes gegenüber. Während das Statistische Bundesamt kürzlich mit einem für Ende 1993 errechneten Leerstand von 1,2 Millionen Einheiten überraschte, errechnete das Berliner Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung einen derzeitigen Fehlbestand von 1,5 bis 2 Millionen Einheiten.

Nach Ansicht des Deutschen Mieterbundes leitet sich daraus für Westdeutschland die Forderung nach 550.000 neuen Wohnungen p.a. bis zum Jahr 2005 ab. Die Studie des Pestel-Institutes hingegen hält nur einen Zubau von jährlich 390.000 Einheiten für erforderlich und prognostiziert für die 140.000 Wohnungen, die in jedem kommenden Jahr auf den ostdeutschen Markt gelangen, einen "potentiellen Wohnungsüberhang."

Stefan Kampmann vom Deutschen Mieterbund zweifelt an der Wirksamkeit solcher Langzeitprognosen: "Viele dieser Studien", so Kampmann anläßlich des Deutschen Mietertages in Hannover, "waren schon drei Jahre später überholt." Die vom DMB verwendeten Studien zielten auf den ungedeckten Bedarf der Wohnungssuchenden ab. Das hohe Wohnungsdefizit hänge eng zusammen mit der voraussichtlichen Entwicklung der Haushaltseinkommen, die wiederum derzeit kaum vorauszusagen sei. Dennoch könne sich, so Kampmann, die vom Pestel-Institut erwartete jährliche Nachfragesteigerung nach Neubauwohungen von 2% als "durchaus realistisch" erweisen.

"Keinen bedrohlichen Wohnungsüberhang auf dem ostdeutschen Markt" mag derzeit auch Dr. Kötter von der Veba Immobilien AG erkennen. Preiswerter Wohnraum bleibt auch im Westen Mangelware. "Für Mietwohnungen, insbesondere im Niedrigpreisbereich, wird die Nachfrage auch über das Jahr 2000 hinaus hoch bleiben", meint der Veba-Sprecher und rechnet auch bei den kostengünstigen Eigentumswohnungen mit Wachstumspotentialen. Ein starker Zuwachs an Einfamilienhäusern, wie in der Pestel-Studie prognostiziert, scheint Kötter jedoch "nur machbar, wenn die Initative des Bundesbauministers zur Eigentumsförderung wirklich greift."

Auch der zukünftige Umgang mit den ostdeutschen Plattenbauten läßt sich nicht überall mit dem gleichen Maßstab messen. So hält Stefan Kampmann den empfohlenen Abriß von unsanierten "Platten" nur an solchen Orten für sinnvoll, aus denen in nächster Zeit viele Bewohner abwandern, "zum Beispiel in bestimmten Gegenden an der Oder". Und auch von Seiten der Veba wird den klassischen DDR-Wohnobjekten ein gutes Potential auf dem Markt zugesprochen: "Plattenbauwohnungen, die kostengünstig saniert wurden und für den Erwerber deutlich billiger sind als Neubauten, stellen eine interessante Alternative beim Eigentumserwerb in Ostdeutschland dar."