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| 29.03.2001

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Aus IZ07/2001, S. 11

Von Oliver Reichel und Frank van Zelst

In diesem Artikel:

Ausländer genießen auch nach der Reform noch den ein oder anderen Vorteil

Die Niederlande haben ihre Steuergesetzgebung reformiert. Das Gros der Änderungen trat zum 1. Januar dieses Jahres in Kraft. Die Experten Frank van Zelst und Oliver Reichel erläutern nachfolgend, mit [...]

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Die Autoren: Der Diplom-Kaufmann und Steuerberater Oliver Reichel ist bei PricewaterhouseCoopers (PwC), Niederlassung Berlin/ New York, als Manager für die steuerliche Gestaltung internationaler Immobilieninvestitionen zuständig. PwC-Partner Frank van Zelst leitet die Immobilien-Steuerberatung in der Amsterdamer PwC-Niederlassung. Er fungiert zudem als Leiter der internationalen Real Estate Steuerberatung von PwC in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA).

Wirtschaftsstandort Deutschland:

Die Unternehmen hauen ab

Die steuerrechtlichen Rahmenbedingungen für Firmenzentralen sind in Deutschland deutlich schlechter als in Belgien und den Niederlanden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die von der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH veranlaßt wurde. Insbesondere multinationale Unternehmen entschieden sich gegen Deutschland, heißt es.

Gegen Deutschland ...

"Die Stärke der Niederlande wird in der öffentlichen Diskussion in Deutschland überhaupt nicht wahrgenommen", bemängelt Dr. Hartmut Schwesinger, Geschäftsführer der Frankfurter Wirtschaftsförderung. "Ein wichtiger Auslöser für die Studie war denn auch die Standortverlagerung von Benckiser und die Ansiedlung von Siemens Fuijutsu in den Niederlanden." Abwanderungen sind somit nicht das einzige Problem des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Vielmehr ist auch von Interesse, welche Firmen sich gegen Deutschland entscheiden. Bei den untersuchten Firmen handelte es sich um Europazentralen beziehungsweise internationale Konzerne, die Finanzierungs-, Management- und Führungsaufgaben zentralisieren. Hinzu kommen Distributionszentren, die innerhalb Europas als Warenlager mit Vertriebs- und Logistikmanagement fungieren.

... wegen der Rahmenbedingungen

Die Untersuchung, bei der es sich um die erste Gemeinschaftsaktion von Wirtschaftsförderungen großer deutscher Städte wie zum Beispiel Berlin, Duisburg, Essen und Hamburg handelt, dokumentiert die Entscheidungen internationaler Firmen anhand zahlreicher Beispiele. Ausschlaggebend für einen Standortwechsel sind die verschiedenen steuerlichen Sondermodelle. Die wesentlichen Vorteile der niederländischen und belgischen Konstruktionen liegen der Studie zufolge in der Besteuerung nach einem sogenannten "Kosten-plus-Modell". Danach müssen Konzernzentralen nur einen geringen, fiktiven Gewinn versteuern. Auch Steuerbefreiungen von einzelnen Einkommensteuern für ausländische Manager und Forscher tragen zur Anziehungskraft bei. Dadurch haben die Niederlande, Belgien und auch Großbritannien in Europa eine führende Position bei der Standortwahl eingenommen. Trotz der deutschen Steuerreform liegen die effektiven Belastungen dort nämlich unter dem hiesigen Standard.