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| 18.01.2001

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Aus IZ02/2001, S. 8

Von Christoph Meyer

In diesem Artikel:

Reale und virtuelle Läden: Alles wird gut!?

Die jüngsten Berichte über Turbulenzen bei den neuen Werten am Aktienmarkt, waren für den Einzelhandel vermeintlich gute Nachrichten. Christoph Meyer, Geschäftsführer der Müller Consult GmbH und Head [...]

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KOMMENTAR

zu "Zukunft des Einzelhandels"

Das Bonmot, daß Handel gleich Wandel sei, ist so abgedroschen, wie es falsch scheint. Zumindest hat man den Eindruck, als hätten die großen deutschen Einzelhandelsunternehmen in der Vergangenheit nichts so sehr gefürchtet wie Veränderungen. Die Warenpräsentation der großen deutschen Warenhauskonzerne hat sich zwischen den sechziger und neunziger Jahren praktisch nicht verändert, das Warenangebot im wesentlichen auch nicht. Das Ergebnis: Die Kunden, die zwar weiterhin angaben, daß der Schaufensterbummel nach dem Fernsehen ihre liebste Freizeitbeschäftigung sei, erwarben immer weniger und begaben sich zum kaum lustvollen, dafür billigen Einkauf auf die Grüne Wiese.

Innovationen in der Handelslandschaft kamen fast immer von außen. Als die ersten Pläne bekannt wurden, hierzulande Factory Outlet Center zu errichten, formierten sich die deutschen Händler zu einer Front, die fest entschlossen war, gemeinsam mit der Politik dieses Ungemach zu bekämpfen. Etwa ein Jahr später wurde propagiert, daß das Urban Entertainment Center die zukunftsweisende Investition in den Städten sei. Wieder zeigte sich der Handel im wesentlichen ratlos, was von solcherlei Vorhaben zu halten sei. Seit gut anderthalb Jahren heißt das Schreckgespenst E-Commerce. Auch hier sind der Handel und seine Verbände im wesentlichen eines: dagegen - Ausnahmen bestätigen die Regel.

In anderen Wirtschaftsbereichen hat man immer mehr gelernt, auf Veränderungen kreativ zu reagieren. Man weiß, daß man sich die Neuerungen zunutze machen, sie in das eigene Konzept integrieren sollte, um daraus eine Veränderung des Unternehmens einzuleiten.

Nicht so der deutsche Einzelhandel. Erst in den vergangenen fünf Jahren hat - teilweise fusionsbedingt - ein frischer Wind in den Vorstandsetagen Einzug gehalten. Das Beispiel Anger 1 in Erfurt, in dem sich das Warenhaus aus der Ia-Lage in den rückwärtigen Teil des Objektes zurückgezogen hat zeigt in die richtige Richtung. (thk)

"Wer die Dynamik des Online-Handels leugnet, wird eine wichtige Entwicklung verschlafen." Christoph Meyer