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Projekte | 25.06.2020

Aus IZ26/2020, S. 20

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:

Im Rosenstein-Quartier wird erst in 15 Jahren gewohnt

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Blick auf das Gleisvorfeld, das künftige Stadtquartier Rosenstein.

Quelle: Bahnprojkt Stuttgart-Ulm, Urheber: Arnim Kilgus

Stuttgart. Wenn der Tiefbahnhof steht, sollen auf den bisherigen Gleisflächen schrittweise 6.000 Wohnungen entstehen. Doch ein Baubeginn im Rosenstein-Quartier rückt immer weiter in die Fern [...]

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KOMMENTAR

Zu "Rosenstein-Quartier"

"Enttäuschte Liebe" würde ich den Film nennen, der seit vielen Monaten vor meinem inneren Auge abläuft. Eigentlich gehörte ich zu den Befürwortern des Megaprojekts Stuttgart 21. Denn durch den Tiefbahnhof und in der Folge den Wegfall der gigantischen oberirdischen Gleisflächen ergibt sich die Chance, auf einer 85 ha großen Fläche ein neues, innenstadtnahes Stadtviertel zu errichten. Und mit dem 2019 vorgestellten Siegerentwurf von ASP Architekten und Köber Landschaftsarchitekten wurde das Bild des zukunftsfähigen urbanen Stadtbausteins für die "Stadt von übermorgen" geradezu greifbar. Ebenso wenig wie beim Tiefbahnhof wird beim Rosenstein-Quartier kein Zeitplan eingehalten werden können. Stadt und Bahn haben sich bisher schon um fast jeden Vertragspunkt gestritten. Das Thema Umsiedlung von Eidechsen ist alt, der teilweise Erhalt von Bahnbauten seit über einem Jahr durch den Siegerentwurf öffentlich bekannt. Und nun soll ab 2021 neu über den Rückbau der Gleisanlagen und die Realisierungen der städtebaulichen Planungen verhandelt werden. Da macht sich Enttäuschung auch bei Befürwortern breit. Und die Fundamentalgegner des Bahnprojekt fühlen sich bestätigt. Das Rosenstein-Quartier hat zwar Aufnahme in das IBA-Netz gefunden, aber wenn erst Ende der 2030er Jahre gebaut wird, sind die IBA-Visionen vielleicht schon wieder überholt. Und so könnte es der ganzen Planung für das Stadtviertel ergehen. Nicht zuletzt wird preiswerter Wohnungsbau aufgrund steigender Herstellungskosten immer schwieriger. Nun zeigt sich deutlich, dass der Oberbürgermeister und der Gemeinderat es versäumt haben, rechtzeitig zusätzliche Flächen für den Wohnungsbau bereitzustellen. Hinzu kommt, dass die Stadt im vergangenen Jahrzehnt um etwa 60.000 Einwohner gewachsen ist. Ein Thema der IBA'27 ist die "Stadt am Fluss". Doch auch bei den frei werdenden Hafenflächen am Neckar wird nicht über das Wohnen, sondern nur über Gewerbe gesprochen. Dagmar Lange