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Digitales | 26.03.2020

Aus IZ13/2020, S. 13

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    List Bau, List-Gruppe
  • Organisationen:
    Bergische Universität Wuppertal, Verein Deutscher Ingenieure (VDI)
  • Personen:
    Manfred Helmus, Dirk Rehaag

An der BIM Summer School lernen Studenten für die Praxis

Die Bergische Universität Wuppertal und die Nordhorner List-Gruppe veranstalten zum zweiten Mal die BIM Summer School. Sofern die Corona-Krise keinen Strich durch die Rechnung macht, soll sie von August bis September 2020 stattfinden.

Im vergangenen Jahr fand hierzulande erstmals eine BIM Summer School statt. "Das Modell stammt aus den USA", erläutert Manfred Helmus, Professor für Baubetrieb und Bauwirtschaft an der Uni Wuppertal. "Die Idee ist, dass wir die Grundlagen von BIM (Building Information Modeling) praxisnah in einem akademischen Rahmen vermitteln." Das Angebot richtet sich an Bachelorabsolventen aller Hochschulen, die die Studiengänge Bauingenieurwesen, Architektur oder Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Bau abgeschlossen haben. Um teilzunehmen, müssen sie sich bis 30. April 2020 bei der Uni bewerben und ein Auswahlverfahren durchlaufen. Die Zahl der Plätze ist auf 24 begrenzt. "Mehr könnten wir in unserem BIM-Labor derzeit nicht unterbringen", erklärt Helmus.

Helmus und seine Kollegen forschen schon sehr lange zum Thema BIM. "Bisher gibt es zu wenige Fachleute in diesem Bereich, darauf müssen die Hochschulen reagieren, auch mit einer Änderung der Lehrpläne", sagt der Professor. Die Uni Wuppertal hat dazu nicht nur BIM in die Studienpläne mit aufgenommen, sondern hat Bauingenieurwesen und Architektur zu einer Fakultät zusammengeführt. So soll Kollaboration erlernt werden, die für BIM wesentlich ist.

Dass BIM-Projekte eine enge Zusammenarbeit vieler Fachleute erfordert, weiß auch Dirk Rehaag, Vorstand für Bau und Engineering bei der List-Gruppe, die das Konzept der BIM Summer School tatkräftig unterstützt. "BIM ist letztlich ein Kooperationstool, das nur funktioniert, wenn alle mitmachen. Wir sind sehr froh darüber, dass das Thema bei den Hochschulen angekommen ist", erläutert Rehaag. Im Rahmen der Kooperation mit der Uni Wuppertal stellt die List-Gruppe gerne ihre Mitarbeiter als Referenten zur Verfügung. "Die Kollegen von List Digital berichten dann konkret aus der Beratungs-Praxis, wie die Implementierung von BIM funktioniert", sagt Rehaag. "Sie erklären aber auch, was in einzelnen Projekten schiefgelaufen ist und welche Lehren sie oder beispielsweise die Planungsabteilung von List Bau Nordhorn aus der Anwendung von BIM gezogen haben."

Projektarbeit bildet den Hauptteil des Kurses

Von diesen Erfahrungen profitieren die Studenten in erheblichem Maße, findet der Professor: "BIM ist Praxis und daher sind wir sehr froh, für die BIM Summer School die Unterstützung der List-Gruppe zu haben", sagt Helmus. "Zurzeit haben wir einen Bauboom. Alle sind mit ihren Projekten voll ausgelastet. Es gibt leider noch zu wenig Unternehmen, die nicht nur die Thematik BIM für sich entdeckt haben, sondern auch die Zeit finden, Mitarbeiter als Lehrende an die Hochschule zu schicken." Eine Kooperation, wie sie die Uni Wuppertal mit der List-Gruppe hat, sei daher die Ausnahme. Helmus findet, es wäre dringend mehr Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Unternehmen nötig.

Neben diesem Praxisbezug zeichnet sich die BIM Summer School dadurch aus, dass die Studenten modernste technische Möglichkeiten ausprobieren können. "BIM ist eine Methode, die den Lebenszyklus der Immobilie viel mehr in den Mittelpunkt rückt", betont Hochschullehrer Helmus. Im BIM-Labor haben die Studenten die Gelegenheit, Anwendungen wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) zu nutzen, etwa im Rahmen einer virtuellen Bemusterung und Begehung eines Objekts. Nach einer Woche Schulung im BIM-Labor arbeiten die Teilnehmer der Summer School in den folgenden Wochen an kleineren, konkreten Projekten, die zum Schluss des Kurses bewertet werden.

Professor Helmus sieht nicht nur bei den Studenten Schulungsbedarf, sondern auch bei den alten Hasen: "Im Moment gibt es einerseits Studierende, die in der neuen Methode BIM je nach Standort bereits geschult und offen für das Thema sind, die aber in der Regel wenig Erfahrungen und Kenntnisse von den Prozessen in der Praxis haben. Und dann gibt es gestandene Planer und Architekten in den Unternehmen, die kennen ihr Geschäft genau. Von BIM aber wissen die meisten noch zu wenig."

Eine Ausweitung der BIM Summer School auf bereits Berufstätige ist trotzdem nicht geplant. "Die BIM Summer School soll geregelten Ausbildungsgängen, wie sie beispielsweise der VDI anbietet, keine Konkurrenz machen, das kann sie wegen des kompakten Formats auch gar nicht", betont List-Vorstand Rehaag. "Dennoch waren wir nach den ersten Erfahrungen im vergangenen Jahr positiv überrascht, wie viel die Teilnehmer aus der kurzen Schulungsphase mitgenommen haben. Das ersetzt zwar keine Fort- und Weiterbildungen oder das spätere Training on the Job, es bereitet den Nachwuchs aber viel besser auf das vor, was ihn später im Unternehmen erwartet." Trotz Corona-Krise hoffen die Veranstalter, dass die BIM Summer School wie geplant ab 10. August 2020 stattfinden kann.

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