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Digitales | 26.03.2020

Aus IZ13/2020, S. 13

Von Katja Bühren

In diesem Artikel:
  • Organisationen:
    Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), HafenCity Universität Hamburg, Global Footprint Network
  • Personen:
    Daniel Mondino, Jürgen Utz

BIM braucht Nachhaltigkeitsexperten

Dank Building Information Modeling (BIM) schneller und effizienter zu bauen und zu betreiben ist in der Regel das Ziel. Nachhaltigkeit sollte von Beginn der Planungen berücksichtigt werden. Dafür braucht es Experten.

Wir leben auf Pump in dieser Welt. Rein rechnerisch beansprucht die Weltbevölkerung derzeit ungefähr die natürlichen Ressourcen von 1,75 Erden, hat die Ideenschmiede Global Footprint Network errechnet. "Der Mensch hat den Planeten im Griff", kommentierte Jürgen Utz, Leiter der DGNB-Akademie, der Fortbildungsplattform der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, auf der digitalBAU diese Zahl. Einen erklecklichen Anteil daran hat die Bau- und Immobilienbranche. Zum Beispiel reduziere sich das Volumen der Abfälle nicht - und ein Großteil davon entfalle auf Bauabfälle.

"Nur 8,6% der Materialien, die wir der Erde entnehmen, kehren auch wieder in den Kreislauf zurück", erläuterte Utz. "Dadurch steigen die CO2-Emissionen." Das habe unter anderem diese Folgen: "Australien brennt, die Philippinen saufen ab, Laos hat kein Wasser, Gletscher schmelzen, Grönlandeis schmilzt schneller, Meere erwärmen sich, Massen an Arten sterben aus."

Um eine Erderwärmung von mehr als 1,5 °C zu verhindern, "müssen wir jetzt anfangen etwas zu ändern", sagte Utz. "Wir kennen die Sachlage und die Lösungen. Wir können heute anfangen, etwas gegen die Erderwärmung zu tun." Und da sei auch die nach wie vor Ressourcen verschwendende Bau- und Immobilienbranche gefragt. Der erhoffte Vorteil von Digitalisierung und BIM in der Bauwirtschaft, nämlich immer schneller und effizienter zu bauen, löse allerdings nicht die Nachhaltigkeitsfrage. Im Gegenteil: In der Konsequenz entstünden noch mehr Gebäude.

Andersherum biete die Digitalisierung die Chance, den Nachhaltigkeitsaspekt bei Projekten konsequent mitzudenken. Und zwar bereits ganz zu Beginn der Planungen. Das Thema müsse schon in den Auftraggeber-Informationsanforderungen (AIA) berücksichtigt werden, forderte Utz. Damit das gelingt, brauche es bei der Einführung von digitalen Methoden und BIM Nachhaltigkeitsexperten.

Nachhaltigkeit gibt BIM einen Schub

Nicht nur die Digitalisierung kann der Nachhaltigkeit einen Schwung geben, auch die Nachhaltigkeit wird dafür sorgen, dass die Baubranche bei der Einführung von digitalen Techniken und BIM einen Schub bekommt. Davon ist Daniel Mondino, Professor für Digitales Integriertes Prozessmanagement - Planen an der HafenCity Universität Hamburg, überzeugt. Auslöser für diese Entwicklung könnten z.B. Vorgaben der EU wie der "Green Deal", der Aktionsplan Kreislaufwirtschaft und das Klimagesetz sein.

Nachhaltigkeit, Müllvermeidung, CO2-Reduktion - das sind gesellschaftlich relevante Themen, die mit Hilfe der Digitalisierung angegangen werden können. Der Vorteil: "In der Regel betrachten wir immer nur einzelne Bereiche. Dabei müssen wir systemisch denken. So können wir Probleme mit der Unterstützung durch digitale Prozesse in den Griff bekommen", glaubt Mondino. Dann sei z.B. ein zukunftsfähiger Wohnungsbau möglich, bei dem aber Müllvermeidung und CO2-Reduktion mitgedacht werden. Denn es könne ein noch so energiesparendes, nachhaltiges Gebäude errichtet werden - "wenn wir Bauschutt und Bodenaushub hunderte Kilometer mit Lkw zu einer Deponie fahren müssen, ist der CO2-Footprint eine Katastrophe".

Viel Zeit lassen dürfte die Branche sich nicht mehr, das Thema Nachhaltigkeit grundlegend anzugehen, so Utz: "Wir sind in einem Prequel von einem Horrorszenario und sollten deshalb darüber nachdenken, welche Rolle wir dabei haben wollen."

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