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Digitales | 26.03.2020

Aus IZ13/2020, S. 12

Von Katja Bühren

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    planen-bauen 4.0
  • Organisationen:
    CSU, SPD, US Armee, Universität Hamburg, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, BIM Deutschland
  • Personen:
    Alexander Dobrindt, Daniel Mondino, Jan Tulke

Der Bund baut mehr BIM-Kompetenz auf

Die öffentliche Hand will Building Information Modeling (BIM) Beine machen. Um voranzukommen, hat sie Kompetenzzentren eingerichtet. Allerdings stand lange der Infrastrukturbau im Fokus, der Hochbau spielte eine untergeordnete Rolle. Das soll sich ändern.

Die Einführung von BIM haben einige Länder deutlich konsequenter vorangetrieben als Deutschland. In Großbritannien ist das Konzept seit 2012 Teil der National Construction Strategy, auch Skandinavien hat mehr Tempo vorgelegt. Doch mittlerweile geht es auch hier in Sachen Digitalisierung und BIM voran, bestätigt Daniel Mondino, Professor für Digitales Integriertes Prozessmanagement - Planen an der HafenCity Universität Hamburg. Aber "wir haben nicht alle Stakeholder, die für durchgehende digitale Prozesse verantwortlich sind, mit an Bord geholt".

BIM stößt immer noch auf Vorbehalte

Nach wie vor gibt es sowohl auf Seiten der Auftraggeber als auch der Auftragnehmer Vorbehalte. Was den Deutschen bei der Einführung fehle, so Mondino, sei Innovationsfreude, Neugierde und "das Anpacken von Dingen ohne zu wissen, wie es ausgehen wird". Andere Länder seien offener und förderten die Entwicklung neuer Prozesse damit. Konkret bedeutet das, dass z.B. in Großbritannien BIM bereits seit dem 1. Januar 2016 bei öffentlichen Bauprojekten vorgeschrieben ist. Zu diesem Zeitpunkt hatte der damalige Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gerade mal einen Stufenplan zur Einführung vorgelegt mit dem Ziel, dass BIM ab 2020 bei allen Infrastrukturprojekten zum Einsatz kommen muss.

Der Hochbau war damals noch ausgenommen. Das habe auch daran gelegen, dass die zuständigen Bundesministerien unterschiedliche politische Farben hatten, sagte Jan Tulke, Geschäftsführer der Gesellschaft planen-bauen 4.0, am Rande der digitalBAU Mitte Februar in Köln. Das Verkehrsministerium war von der CSU, das Bauministerium von der SPD geführt. Zudem hätten einzelne Personen negative Erfahrungen bei mit BIM ausgeführten Projekten gemacht. Da sei es vor allem um Projekte der US-Army in Deutschland gegangen. Die Amerikaner hätten BIM gefordert. Bei der Ausführung habe das die Beteiligten auf deutscher Seite überfordert, meint Tulke.

Mittlerweile setzt der Bund auch im Hochbau auf BIM: Seit 2017 muss bei Hochbauten des Bundes der Einsatz ab einem Wert von mehr als 5 Mio. Euro geprüft werden. Zudem hat die öffentliche Hand einige Kompetenzzentren eingerichtet und will so digitale Methoden im Infrastruktur- und Hochbau fördern. planen-bauen 4.0 baut seit einigen Monaten das vom Verkehrs- und Bauministerium betriebene Kompetenzzentrum BIM Deutschland auf. Eröffnet wurde Ende Januar eine Geschäftsstelle mit vier Mitarbeitern, die vor einem riesigen Berg an Aufgaben stehen. Denn das nationale Zentrum für die Digitalisierung des Bauwesens sieht sich als zentrale öffentliche Anlaufstelle des Bundes für Informationen und Aktivitäten rund um BIM, heißt es auf der Homepage. Ziel sei es, in Zusammenarbeit mit Experten aus allen Bereichen des Bauwesens, Aktivitäten, Erkenntnisse und Erfahrungen auf nationaler und internationaler Ebene zu bündeln, zu vereinheitlichen und ein abgestimmtes Vorgehen im Infrastruktur- und Hochbau zu ermöglichen.

Ein erster Schritt sei unter anderem die Entwicklung des BIM-Portals, berichtet Tulke. Darüber sollen Informationen, Daten und Anwendungen bereitgestellt werden - mit dem Ziel, Bauherren dabei zu unterstützten, ihre Datenanforderungen im Detail zu definieren und gelieferte Modelldaten zu überprüfen. Zudem sollten die regionalen BIM-Cluster, in denen sich Vertreter aus der Baubranche zusammengeschlossen haben, um die Methode voranzubringen, an das Kompetenzzentrum angebunden werden, erläutert Tulke. Fortlaufend wolle BIM Deutschland Informationsveranstaltungen sowie Schulungs- und Ausbildungskonzepte anbieten. Bisher stellt das Zentrum vor allem seine Aufgaben auf der Homepage vor. Ansprechpartner zu Themen, Veranstaltungen oder Veröffentlichungen sind noch nicht zu finden.

Etwas weiter ist das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie getragene, Mittelstand 4.0 getaufte Kompetenzzentrum Planen und Bauen. Es unterstützt kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) sowie Handwerksfirmen aus der Bau- und Immobilienbranche bei der Einführung von BIM. Die fünf regionalen Standorte bearbeiten je einen der fünf Themenschwerpunkte: Planen, Projektentwicklung, Bauen, Betreiben und Handwerk. Ansprechpartner sind Vertreter von verschiedenen Forschungsinstituten und Verbänden. Insgesamt, so Mondino, mache Deutschland bei BIM mittlerweile vieles ziemlich gut und passe die Einführung an die deutsche von KMU geprägte Bau- und Immobilienbranche an.

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