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Projekte | 19.03.2020

Aus IZ12/2020, S. 22

Von Volker Thies

In diesem Artikel:

Kreative Lösungen schaffen Bauland

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies
Für problematische Untergründe gibt es viele technische Lösungen. Manchmal hilft auch ein alternativ eingeholtes Bodengutachten.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Volker Thies

Frankfurt. Der Mangel an Bauland in der Region Rhein-Main ist in Wirklichkeit weit weniger schlimm als immer wieder behauptet. Zumindest ist das die Meinung des Projektentwicklers Wolfgang Otto. Nur müssten Baufachleute, Investoren und Verwaltung viel enger und vor allem viel kreativer zusammenarbeiten, um sogenannte Problemgrundstücke vernünftig zu verwerten.

Es gibt in Frankfurt noch jede Menge ungenutzte Grundstücke, vielleicht nicht unbedingt in der Innenstadt, aber alleine in den unmittelbar angrenzenden Stadtteilen schon reichlich", ist Wolfgang Otto überzeugt. Allerdings handelt es sich bei vielen dieser Liegenschaften um sogenannte Problemgrundstücke, vermeintlich kaum zu nutzen wegen Altlasten, komplizierter Besitzlagen in Erbengemeinschaften, ungünstiger Grundstückszuschnitte oder geologischer Schwierigkeiten im Untergrund.

Otto ist Fachmann für die technischen Probleme und den Umgang mit ihnen. Heute als Bauträger tätig, aber viele Jahre leitender Bauingenieur im Kraftwerksbau, hat er sich darauf spezialisiert, aus Problemgrundstücken das Optimum herauszuholen. Beim Business-Frühstück des Frankfurter Maklerhauses ImmoConcept präsentierte Otto jetzt mehrere Beispiele für den Erfolg seiner Methode in der Mainmetropole.

Mehr Wohnraum dank separatem Treppenhaus

So hatte er an der Berger Straße im Stadtteil Bornheim ein besonders schmal geschnittenes und tiefes Grundstück in Arbeit, wo verschiedene Anläufe zur Entwicklung mit einer wirtschaftlichen Zahl von Wohneinheiten an den schwierigen Fluchtwegen für den Brandfall scheiterten. Schließlich gelang Otto ein Projekt mit 32 Wohnungen und einer Gewerbeeinheit, weil er ein freistehendes Fluchttreppenhaus mitten auf das Grundstück setzte.

Bei einem anderen Vorhaben an der Lahnstraße im Gallusviertel ging es um Altlasten im Untergrund, die einem ersten Gutachten zufolge Gefahren für das Grundwasser darstellten. Otto hatte nach Augenschein an der Baustelle Zweifel an dieser Version und wies schließlich mit einem selbst finanzierten Gutachten nach, dass keine Verbindung zwischen der Baugrube und dem Grundwasser bestand.

Auf dem Gelände des ehemaligen Möbelhauses Wesner im Stadtteil Höchst hatte er es hingegen mit einem sumpfigen Untergrund zu tun und arbeitete trotz Vorbehalten aus der Kommunalpolitik mit einer schwimmenden Gründung. Anfängliche Bedenken von Anwohnern wegen womöglich verbauter Sichtachsen wurden im Dialog gelöst. "Heute gibt es dort 28 Stadthäuser, die Fläche ist zur Ia-Lage geworden, und das Problem einer Drogenszene in der benachbarten Grünanlage ist gelöst", berichtete Otto.

Behörden sind zugänglicher geworden

Bernd Lorenz, Geschäftsführer von ImmoConcept, rief die versammelten Branchenvertreter zu mehr Kreativität nach der Art der vorgestellten Beispiele auf. "Viele unserer Kunden sind kaufmännische Bauträger und neigen dazu, gewissermaßen eine Excel-Tabelle über ein Grundstück zu legen, um über die Wirtschaftlichkeit zu entscheiden", sagte Lorenz. "Mögliche technische Lösungen werden dabei leider zu oft vernachlässigt." Neben den Neuentwicklungen auf Problemgrundstücken seien vielerorts mit guter baufachlicher Planung auch Nachverdichtungen im Bestand machbar. Bauträger, Berater, Ingenieure und Architekten müssten dazu eng mit den städtischen Bau- und Umweltbehörden zusammenarbeiten. In dieser Hinsicht ist nach den Erfahrungen von Otto gerade in Frankfurt die sonst oft gescholtene Bauaufsicht ein sehr zugeneigter Ansprechpartner: "Sie akzeptiert beim Wohnen heute deutlich mehr Dichte als früher."

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