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Unternehmen | 05.03.2020

Aus IZ10/2020, S. 6

Von Monika Leykam

In diesem Artikel:

Wealthcap steht vor einem massiven Wachstumsschub

Quelle: Wealthcap
Das Bürohaus in der Carnotstraße in Berlin gehört dem geschlossenen Publikums-AIF Wealthcap Immobilien Deutschland 42.

Quelle: Wealthcap

480 Mio. Euro Eigenkapital hat die Münchner Wealthcap vergangenes Jahr bei Anlegern eingesammelt, davon 200 Mio. Euro für geschlossene Immobilienpublikumsfonds. Weiteres Wachstum ist dank einer Reihe neuer Produkte programmiert. Sogar für einen eigenen offenen Publikumsfonds hat CEO Gabriele Volz "eine Strategie im Visier".

Ein neuer offener Fonds aus dem Hause Wealthcap wäre nichts weniger als der Wiedereinstieg der Hypovereinsbank (HVB) in ein Segment, von dem diese sich 2013 getrennt hatte. Damals verkaufte die HVB ihre Fondstochter iii Investments (und damit auch den stark angeschlagenen Publikumsfonds Inter ImmoProfil) an BNP Paribas Real Estate. Seitdem war nur noch die Konzerntochter Wealthcap dafür zuständig, Produkte für das Immobilienanlagegeschäft mit institutionellen Kunden und mit Kleinanlegern zu liefern. Das tat sie in wachsendem Maße: Das eingesammelte Eigenkapital stieg von 93 Mio. Euro im Jahr 2013 auf rund 480 Mio. Euro im Jahr 2019. Das aktuelle Ergebnis ist ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahreswert von ca. 280 Mio. Euro (laut Schätzungen des Fondsexperten Stefan Loipfinger). Für 2020 plant Volz einen weiteren "deutlichen" Wachstumsschritt und hat dafür eine ganze Reihe neuer Fonds in der Pipeline.

Wealthcap toppt die Vertriebsstatistiken

Die Wealthcap-Mutter HVB ist eine von wenigen Banken, die den Vertrieb geschlossener Fonds für Kleinanleger nie eingestellt haben. Das bescherte der Tochter regelmäßig Spitzenplätze in der Vertriebsstatistik geschlossener Publikumsfonds. Das grundsätzliche Wachstumshemmnis für das gesamte Segment lässt sich damit aber nicht beheben, weiß Volz: "Die breite Mehrheit der anderen Banken hat das Produkt nicht im Regal. Andererseits bleibt die allgemeine Kundennachfrage nach Immobilienanlagen hoch. Die muss man dann eben anders bedienen." Ein offener Fonds, so das Kalkül, ließe sich auch durch Vertriebspartner außerhalb der HVB-Organisation platzieren. Details zu ihrer Publikumsfondsidee mag Volz allerdings noch nicht sagen, außer dass das Produkt als zukünftiger Bestandteil der hauseigenen Strategie gedacht sei. "Mehr dazu kommt erst nächstes Jahr."

Einen ersten Vorstoß in die "offenen" Fondsstrukturen macht Wealthcap aber jetzt schon, nämlich in Gestalt eines offenen Spezialfonds für Großinvestoren. Der Spezial-AIF 8 Sondervermögen hat ein Eigenkapitalziel von 300 Mio. Euro und ist für Versicherungen konstruiert, für die ein Engagement in geschlossenen Fonds grundsätzlich nicht infrage kommt.

Versorgungswerke und Pensionskassen bedient Wealthcap weiterhin gern mit geschlossenen Modellen. Deren Charme im Großkundengeschäft liegt Volz zufolge auch darin, dass hier eine Fondsbeteiligung durch Namensschuldverschreibungen ersetzt werden kann. Diese Wertpapierform muss aufsichtsrechtlich nicht der Immobilienquote zugerechnet werden, bietet aber Pensionskassen und Versorgungswerken ein mit Immobilien unterlegtes Langfristinvestment. "Die Namensschuldverschreibung mag altbacken klingen, funktioniert aber als Verpackung für eine Immobilieninvestition sehr gut."

Eine weitere "Verpackung" stellt Wealthcap aktuell für die Zielgruppe der Krankenversicherer zusammen. Das Sozialgesetzbuch erlaubt dieser Gruppe von Versorgern seit kurzem die Investition in Immobilienfonds. Noch im laufenden Jahr soll es das passende Produkt dazu aus München geben. Ebenso vorbereitet wird ein zweiter Fonds für das Depot A von Volksbanken und Sparkassen. Letztere investieren gerne via Club-Strukturen in große Einzelobjekte.

Dass für jede Zielgruppe ein spezieller Fonds aufgelegt wird, sei kein Selbstzweck, erklärt die Wealthcap-Chefin, sondern die Folge einer immer breiteren Kundenbasis. "Wir nehmen jetzt auch verstärkt semiprofessionelle Anleger wie Kirchen und Stiftungen ins Visier. Diese haben ihre eigenen Anforderungskriterien, ebenso wie die Depot-A-Investoren. Die unterschiedlichen Kundengruppen vermischen sich nicht gerne und bevorzugen ihre eigenen Fonds. Da wir zuletzt viele dieser Lösungen gleichzeitig angeschoben haben, bringt uns das jetzt einen starken Wachstumsschub."

Seit fünf Jahren wird nur in Deutschland gekauft

Doch mit dem Aufsetzen von Fondsstrukturen, egal ob offen oder geschlossen, sei es nicht getan. "Kriegsentscheidend ist nicht, wie viele unterschiedliche Konstruktionen ein Anbieter im Regal hat, sondern wie er in einem engen Immobilienmarkt an die richtigen Assets kommt." Diese Aufgabe hat sich Wealthcap dadurch nicht einfacher gemacht, dass sich das Unternehmen komplett auf den deutschen Markt konzentriert. Auslandsinvestments werden durch die Dachfondsfamilie Wealthcap Spezial Portfolio 1 mit indirekten Beteiligungen abgedeckt. "Wir haben diese Strategie vor fünf Jahren entschieden und unsere Investitionsstrukturen darauf eingestellt", macht Volz klar. "Wir gehen davon aus, dass der deutsche Immobilienmarkt auch in den kommenden Jahren stabil und gesund bleibt. Doch auch der Konkurrenzdruck wird hoch bleiben, darauf muss man reagieren. Zum Beispiel durch das Identifizieren von Standorten, die sich zukünftig positiv entwickeln werden. Und durch eine stärkere Asset-Management-Komponente, um Zusatzrenditen aus Leerstandsabbau zu erzielen."

2019 stieg Wealthcap mit Unterstützung der Domicil-Gruppe in den Wohnungsmarkt ein. Der erste Wohnfonds wird in den kommenden Wochen mit 100 Mio. Euro Eigenkapital geschlossen sein, ein Nachfolger ist in Vorbereitung. Publikumsprodukte mit deutschen Mietwohnungen wird es aus dem Hause Wealthcap wohl keine geben: "Der Korridor zwischen den Kosten und den erzielbaren Renditen ist dafür zu eng." Das nächste Partnermodell für institutionelle Fondsprodukte wird derzeit aufgebaut, es geht um eine Zusammenarbeit mit einem Spezialisten für Logistik.

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