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Märkte | 20.02.2020

Aus IZ08/2020, S. 2

Von Diane Becker

In diesem Artikel:

Was alles in Frankreich besser läuft

Diane Becker, CEO Property Finance bei Catella Property, hat in Frankreich und Deutschlands Erfahrungen im Transaktionsgeschäft gesammelt. Unser Nachbarland kommt in ihrem Fazit deutlich besser weg.

Quelle: Catella
Diane Becker.

Quelle: Catella

Wer als Beobachter und aktiver Teilnehmer in den Immobilienmärkten von Frankreich und Deutschland unterwegs ist, sieht einige Unterschiede. Hauptsächlich in Bezug auf Transparenz ist der französische Immobilienmarkt überlegen. Mieten, Renditen und Transaktionsbeteiligte sind aus verschiedenen öffentlich zugänglichen Quellen leicht zu ermitteln. Zudem haben sich die Immobilienberater BNP Paribas Real Estate, CBRE, JLL und Cushman & Wakefield bereits 2001 zusammengetan, um eine gemeinsame Transaktionsdatenbank für Vermietung und Verkauf aufzubauen.

Diese Transparenz hat entscheidend zur Attraktivität des französischen Marktes und insbesondere des Großraums Paris für internationale Investoren beigetragen.

Mit der Loi Hoguet wurde 1970 das Bestellerprinzip in die Immobilienwirtschaft eingeführt und ein klares Auftragsverhältnis zur Grundlage der Honorarforderung gemacht. Darum ist das Verhältnis zwischen Investoren und Maklern deutlich weniger durch Nachweisstreitigkeiten belastet als in Deutschland.

Was den Bereich Nachhaltigkeit und behindertengerechte Immobilien betrifft, so führt Frankreich das JLL- Greti Ranking mit einem Sustainability-Wert von 1,0 an. Dabei spielen Energieeffizienz, CO2-Footprint, Zertifizierung und die finanzielle Performance eine Rolle. Deutschland erreicht da nur einen Mittelwert von 2,7.

In der französischen Immobilienwirtschaft trifft man schließlich in der Regel auf ein recht paritätisches Verhältnis von weiblichen und männlichen Marktteilnehmern - auch auf Führungsebene. In Deutschland ist die Immobilienwirtschaft eine viel männlichere Domäne - sicherlich auch ein Ausdruck mangelnder Attraktivität der Branche für Frauen im Verhältnis zu anderen Wirtschaftszweigen.

Frankreich ist grüner, transparenter und gleichberechtigter, was auch den Anlagekriterien vieler institutioneller Investoren entspricht. Trotzdem ist das Transaktionsvolumen in Deutschland doppelt so hoch wie in Frankreich. Die Größe und Vielfalt des Immobilienmarktes, die dezentrale Wirtschaftsstruktur und die Stabilität sind im internationalen Vergleich nur schwer zu übertreffen und machen Deutschland zum größten und wichtigsten Markt in Europa. Bereits seit zwei Jahren hat Deutschland UK bei gewerblichen Immobilientransaktionen als Spitzenreiter abgelöst. Dieser Trend wird sich auch 2020 fortsetzen - aber wäre Deutschland ebenso gut aufgestellt wie Frankreich, dann würde wohl noch mehr Geld hierher fließen.

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