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Digitales | 13.02.2020

Aus IZ07/2020, S. 14

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Huawei-Bann dürfte 5G verzögern

Quelle: Imago Images, Urheber: STPP
Für 5G sind viele neue Sendemasten nötig.

Quelle: Imago Images, Urheber: STPP

Die EU-Kommission will die Chinesen zwar nicht komplett vom Zukunftsmarkt 5G ausschließen, doch der erste Telekomanbieter handelt bereits. Das dürfte die flächendeckende Einführung von Smart-Building-Lösungen behindern.

Der Telekomanbieter Vodafone hat mitgeteilt, dass ihn der geplante Austausch von Komponenten, die der chinesische Konzern Huawei geliefert hat, rund 200 Mio. Euro kosten und den Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G um etwa fünf Jahre verzögern werde. Telekom und Télefonica, die die anderen deutschen Netze betreiben, warten laut dem Nachrichtenportal Heise Online noch ab. Die Telekom hat den Abschluss neuer 5G-Ausrüsterverträge vorerst ausgesetzt. 5G wird von Fachleuten als essentiell angesehen, um Gebäude im großen Stil miteinander zu vernetzen und ist daher für die Immobilienbranche von erheblicher Relevanz (siehe "Die großen Internetkonzerne stoßen ins Gebäude vor", IZ 4/20).

Die EU-Kommission hatte Ende Januar empfohlen, die Funktechnik des chinesischen Telekomkonzerns Huawei nur in begrenztem Umfang und nicht im sicherheitsrelevanten Kern der Funknetze zu verwenden. Zu einem eindeutigen Ausschluss der Chinesen, wie ihn die USA vorgenommen haben, konnte sich die Kommission nicht durchringen. US-Geheimdienste haben dem chinesischen Konzern wiederholt vorgeworfen, seine Technik zu Spionagezwecken missbrauchen zu können.

Tatsächlich sind sämtliche chinesischen Unternehmen prinzipiell gesetzlich verpflichtet, mit den staatlichen Geheimdiensten zusammenzuarbeiten. Huawei bestreitet allerdings, in seine Software irgendwelche Hintertüren eingebaut zu haben, und hat seinen Code westlichen Stellen wie dem Britischen Center für Cybersecurity (NCSC) zur Prüfung überlassen. Gefunden haben die Briten laut einem Onlinebericht des Wirtschaftsblatts The Economist bisher nichts. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat sich dennoch den Bedenken der US-Geheimdienste angeschlossen, auch CDU-Außenpolitiker wie Norbert Röttgen wollen die Chinesen lieber aus den Funknetzen draußen halten. Die Bundeskanzlerin hingegen will Huawei nicht ausschließen.

Huawei ist mit umgerechnet über 100 Mrd. USD Umsatz der größte Telekomausrüster weltweit. Durch den Bann der USA darf das Unternehmen nicht mehr mit US-Softwareherstellern zusammenarbeiten, was nach Ansicht des NCSC Updates für Huawei-Komponenten und damit deren Verwendbarkeit erschweren wird. Eine Schwächung der Marktstellung von Huawei ist von den USA durchaus beabsichtigt: Als US-Präsident Trump im Mai 2019 den Ausschluss von Huawei bekanntgab, unterstrich er, dass sich die USA "von keinem anderen Land in diesem wichtigen Zukunftsmarkt überrunden lassen werden". Huwaei bietet seine Komponenten rund 30% günstiger an als die westliche Konkurrenz.

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