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Märkte | 23.01.2020

Aus IZ04/2020, S. 24

Von Gerda Gericke

In diesem Artikel:
  • Städte:
    Leipzig
  • Unternehmen:
    BNP Paribas Real Estate (BNPPRE)
  • Organisationen:
    Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK), Fernstraßen-Bundesamt
  • Personen:
    Stefan Sachse
  • Immobilienart:
    Büro

Leipzigs Büromarkt legt kräftig zu

Leipzig. Mit 9% mehr Flächenumsatz als im Vorjahr ging der Büromarkt der Messestadt aus dem Jahr 2019; das Ergebnis von 147.000 m² wird in diesem Jahr wohl nicht erreicht. Stefan Sachse, Geschäftsführer und Leipziger Niederlassungsleiter von BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) rechnet mit einem Umsatz von bis zu 130.000 m².

Grund für die Zurückhaltung ist Vorsicht, erklärt der Profi. Die mindestens 15.000 m² weniger seien ein Sicherheitsabschlag. Der sei nicht deshalb vorgenommen worden, weil die Messestadt für Unternehmen nicht mehr attraktiv sei. Ganz im Gegenteil, die Prognose für den Leipziger Arbeitsmarkt ist optimistisch. Das Problem sei der Flächenmangel. Bestehende Büros mit 1.500 m² bis 2.000 m² kann Sachse der Kundschaft nicht mehr anbieten. Der Markt ist leergefegt. Große Kontore seien nur noch in Projektentwicklungen zu haben. Und da seien viele Firmen vorsichtiger. "Was man nicht sehen und nicht anfassen kann", plaudert Sachse aus dem Nähkästchen, "lässt sich schlecht verkaufen."

Dicke Deals trugen zum guten Ergebnis bei

Traditionell tragen die Leipziger Makler die Früchte ihrer Arbeit Stück für Stück im eher kleinteiligen Segment zusammen. 2019 war das anders, freut sich Sachse. Im abgelaufenen Jahr machten die dicken Fische im Segment mit mehr als 5.000 m² den Kohl fett. Der Mietvertrag mit dem Fernstraßen-Bundesamt trug 11.500 m² zum Ergebnis bei, das Ausbildungszentrum des Zolls 8.200 m² und die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig 6.800 m². "Damit konnten gleich drei der zehn größten Vermietungen der letzten zehn Jahre verzeichnet werden", listet der Fachmann auf.

Fleißigste Mieter waren im Jahr 2019 die seit Jahren starken Branchengruppen - die öffentliche Verwaltung, die als Folge der drei Großabschlüsse knapp ein Drittel zum Umsatz beitrug, gefolgt von Dienstleistern, High-Tech-Unternehmen und der Gesundheitsbranche.

Der Büroleerstand in Leipzig ist im Verlauf des Jahres 2019 gesunken. Mit 187.000 m² stehen gut 20% weniger Büros leer als zum Ende des Vorjahrs. Die jetzt erreichte Leerstandsquote von 4,9% sei ein historischer Tiefstand, heißt es bei BNPPRE. Und nur knapp ein Drittel der gezählten Fläche liegt in der begehrten City und nur 17% aller verwaisten Flächen sind modern, gut ausgestattet und entsprechend von potenziellen Nutzern auch begehrt. Sachses Prognose: "Eine Reduzierung des Leerstands ist wahrscheinlich."

Solche Zahlen locken vermehrt Investoren an. Zum Ende des Jahres 2019 befanden sich 77.000 m² Bürofläche im Bau. Das ist mehr, als seit dem Jahr 2000 in Angriff genommen worden ist, und 26% mehr als im Jahresdurchschnitt. "Trotzdem ist kurzfristig keine Entlastung auf der Angebotsseite zu erwarten", erläutert Sachse, "denn nur 8.000 m² sind noch für Interessenten verfügbar." Der Rest sei vorvermietet.

Die Mieten werden auch 2020 weiter steigen

Das knappe Angebot an guten, marktgängigen Büros treibt die Mieten. Die Spitzenmiete, die in der Innenstadt gezahlt wird, hat innerhalb der letzten zwöf Monate um knapp 11% zugelegt und jetzt den Wert von 15,50 Euro/m² erreicht. Sogar um 19% kletterte die Durchschnittsmiete. 10,80 Euro/m² notierte Sachse. Vergleichbare Zuwächse könne in Deutschland nur Boomtown Berlin vorweisen. "Dadurch wird die besondere Dynamik des Leipziger Büromarkts eindrucksvoll unterstrichen." Und so wird es auch im laufenden Jahr weitergehen, ist sich Sachse sicher. "Da besonders das Angebot an hochwertigen, modernen Flächen im Jahr 2020 nicht wesentlich steigen dürfte, stellt ein weiterer Mietpreisanstieg das wahrscheinlichste Szenario dar."

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