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Projekte | 23.01.2020

Aus IZ04/2020, S. 22

Von Dagmar Lange

In diesem Artikel:

Cocrafting im Honeycamp

Urheber: Fischer Architekten
So wird das Honeycamp in Mannheim aussehen. Auch andere Städte sind am Konzept interessiert.

Urheber: Fischer Architekten

Mannheim. Im Taylor Green Business Park im Stadtteil Vogelstang wird ein neues Konzept für interdisziplinäre Zusammenarbeit umgesetzt. Dort sollen ab diesen Herbst Akteure zusammenarbeiten, die man in klassischen Coworking-Spaces nicht findet. Eine deutschlandweite Expansion ist geplant.

Gemeinschaftlich forschen und entwickeln oder Produkte in kleinen Serien produzieren - immer mehr Unternehmen setzen auf die Innovationskraft und Kreativität interdisziplinärer Teams. Coworking lautet das Schlagwort. Die Gründer des Mannheimer Unternehmens Honeycamp Management, Immobilienentwickler Joachim Walter und Architekt Claus Fischer, wollen einen Schritt weitergehen und nennen ihr Prinzip Cocrafting.

"Im Honeycamp trifft der Schreiner und der Industriedesigner mit eigener Firma auf den Entwicklungschef eines Weltkonzerns. Gemeinsam arbeiten sie zum Beispiel am Prototyping neuer Produkte, oder aber sie entwerfen und fertigen kleine Serien von handgemachten Produkten in exemplarischen Sektoren wie Food, Textil, Bekleidung oder Automotive", beschreibt Claus Fischer die Gründungsidee.

Nun wird die Idee, an der die Honeycamp-Gründer zweieinhalb Jahre brüteten, konkret. Das Konzept gefiel der städtischen Wirtschaftsförderung, die Gründer kauften das 11.600 m2 große Grundstück im Taylor Green Business Park von der Stadt. Letzten Dezember fand der Spatenstich für das erste Honeycamp am Cecil-Taylor-Ring statt. Zwei Vollholzgebäude mit insgesamt 9.200 m2 Nutzfläche entstehen, bereits diesen September sollen die ersten Mieter einziehen. Vom Dach her gibt es "Honeypower", also über eine Photovoltaikanlage erzeugten Ökostrom. Für die künftigen Nutzer stehen 120 Pkw-Stellplätze zur Verfügung, 24 davon für Elektromobilität ausgestattet. Das Investitionsvolumen wird mit 11 Mio. Euro angegeben. Zur DNA des Honeycamps gehöre ein verantwortlicher, nachhaltiger und ressourcenoptimierter Umgang mit der Umwelt sowie ein sozialer Anspruch mittels attraktiver Mietkonditionen.

Vermietet werden private Werkstätten und Büros sowie Open Spaces, in denen sich Coworking oder Cocrafting entfalten können. Flächen von 120 m2 bis 1.000 m2 können angemietet werden. Die kleinste Einheit kostet 820 Euro/Monat. Freigestellt ist eine Mitgliedschaft im Honeycamp für 99 Euro pro Monat. Interessant für Mieter, die das Angebot für einen Schreibtisch oder eine Werkbank nutzen wollen. Damit das Cocrafting funktioniert, überlässt Joachim Walter nichts dem Zufall: "Ich sehe mich als Kurator und wähle die Nutzer und den Branchenmix bewusst aus." Die Stärke der Community entstehe durch Diversität. Rund 50% der Flächen seien bereits reserviert, bis Ende März wird mit der Vollvermietung im Mannheimer Pilotprojekt gerechnet, Ende des Jahres würden etwa 300 Honeycamper vor Ort arbeiten. Die Namen der künftigen Nutzer will Walter noch nicht nennen, es handele sich um "Corporates, Start-ups und Handwerker". Man will die besten Ideen und Köpfe für das Honeycamp gewinnen und keine Mietmaximierung betreiben, betont Walter. "Das klingt außergewöhnlich für einen gewerblichen Immobilienentwickler, ist aber letztlich durch die Schaffung einer starken Community und durch die Kollaboration der Honeycamper in unseren Augen werthaltiger." Eigentlich sei das Honeycamp eher ein Produkt als eine Immobilie.

Ziel: Zehn Honeycamps bundesweit bis 2025

Bis 2025 soll ein bundesweites Netz von Honeycamps aufgebaut werden, so die Vision der Gründer. Zehn Standorte sind das Ziel, das entspräche 3.000 Menschen, die in Honeycamps an Innovationen feilen. Aufgrund von Globalisierung und Digitalisierung würden Global Player wie mittelständische Unternehmen ihre Arbeitsstrukturen flexibler handhaben wollen. Projektarbeiten würden verstärkt an agile interdisziplinäre Teams vergeben, zu denen die alten Arbeitsorte in klassischen Unternehmensimmobilien nicht passten. Walter nennt das Honeycamp ein "Powerhouse", weil es neue Flächentypen sowie skalierbare Flächen biete sowie Mietmodelle, die dies zuließen.

Expandiert werden soll in Städten, die Start-ups fördern, über eine Universitätslandschaft verfügen und als starker Wirtschaftsstandort etabliert sind. Gesucht werden Grundstücke mit einer Größe von 8.000 m2 bis 20.000 m2 in Gewerbegebieten wie in innerstädtischen Lagen. Auch Bestandsimmobilien ab 5.000 m2 seien interessant. Das Honeycamp-Konzept soll weiterentwickelt werden. Das "Herz" bleiben Cocrafting-Spaces, hinzukommen sollen "inspirierende" Wohngemeinschaften.

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