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Unternehmen | 23.01.2020

Aus IZ04/2020, S. 15

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:
  • Unternehmen:
    Böckels Beste
  • Personen:
    Clemens Böckel
  • Immobilienart:
    Laden-/Geschäftsflächen, Hotel & Gastronomie

Kleinstflächen sind für Böckels Beste ideal

Quelle: Böckels Beste GmbH
Wurstbude in neuem Gewand: Ein Stand von Böckels Beste nach dem Rebranding, auf dem Parkplatz eines Obi-Baumarkts.

Quelle: Böckels Beste GmbH

Fastfood-Unternehmer Clemens Böckel zeigt, dass sich die klassische Currywurst hinter hippen Streetfoodkonzepten nicht zu verstecken braucht. Mit seinen Wurstbratereien zieht es ihn überall dorthin, wo Menschen den schnellen Hunger stillen wollen: vor Bau- und Fachmärkte, an Bahnhöfe und in Einkaufszentren.

Sie ist ein Kind der Nachkriegszeit, Berlin und Hamburg wetteifern um die Ehre, ihre Geburtsstadt zu sein, und Herbert Grönemeyer widmete ihr 1982 gar ein Lied: "Komm, geh mit, ich hab Appetit. Auf Currywurst", singt der Ruhrpottbarde. Ob die Wurst nun besser mit Haut schmeckt oder ohne, lieber vom Schwein oder vom Rind stammen sollte, ob das Currypulver auf oder doch eher in die Soße hinein gehört, daran scheiden sich die Geister. Beliebt ist sie allemal: Nach Schätzungen des 2018 geschlossenen Currywurstmuseums in Berlin vertilgen die Deutschen jedes Jahr rund 800 Mio. Stück. Gegenüber international durchgestylten Fastfood-Konzepten wirkt die Currywurst allerdings zuweilen etwas bieder. Doch genau darin sieht Clemens Böckel eine große Chance: "Im Gegensatz zum Burger wagen sich bisher nur wenige Imbissunternehmer daran, das Thema Currywurst zeitgemäß zu interpretieren. Es gibt rund 20.000 Wurstbuden in Deutschland, aber die meisten verkaufen ihre Ware nach demselben Konzept wie vor zehn oder gar 20 Jahren."

"Komm, geh mit, ich hab Appetit. Auf Currywurst"

Als der Imbisskettenchef 2008 sein Unternehmen Böckels Beste gründete, wollte er bei allen Aspekten besser werden als das, was er in der Imbisslandschaft damals vorfand: beim Produkt, beim Ambiente und beim Service. Böckel bezieht seine Wurst von einer regionalen Metzgerei, die seit über 100 Jahren existiert und regelmäßig nationale und internationale Preise einheimst. Das ist dem Unternehmer eine Zufriedenheitsgarantie wert: Wem Böckels Wurst nicht schmecken sollte, der bekommt sein Geld zurück.

Vom Design her waren die Wurststände mit der Aufschrift Böckels Beste ursprünglich rot-weiß gehalten, wie Ketchup und Mayo. Doch im vergangenen Jahr fand ein Rebranding statt, das sich am Aussehen moderner Foodtrucks orientiert: ein mattes Schwarz mit weißer und orangefarbener Aufschrift. Parallel zur neuen Aufmachung hat Böckel weiter expandiert. "Vor unserem Rebranding hatten wir 15 Standorte. Mittlerweile sind es 23, zuletzt kam ein Imbiss vor dem Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim hinzu", erläutert er. Bisher befinden sich alle Standorte in Nordrhein-Westfalen, vor allem im Ruhrgebiet, aber auch in Aachen, Bonn, Köln und Wuppertal. "Bis Ende 2021 sollen es rund 40 Standorte werden und wir wollen dabei mindestens in ein weiteres Bundesland expandieren", fasst der Imbisskettenchef seine Pläne zusammen.

Bei den Mitarbeitern setzt Böckel, der selbst den Grad eines Diplomkaufmanns an der Uni Passau erworben hat, auf erfahrene Kräfte aus der Systemgastronomie. Hunderte von Gästen am Tag zu bedienen, dabei jedoch immer gut gelaunt zu bleiben und einen flotten Spruch auf den Lippen zu haben, das erfordert Hingabe und Servicetalent - und es bindet die Kunden. Für die operative Leitung des Tagesgeschäfts hat Böckel einen Manager gewonnen, der vorher für Yum! Brands tätig war, einem Fastfood-Konzern, der unter anderem in Deutschland die Imbissketten Pizza Hut und KFC betreibt. Mit dieser Erfahrung an Bord will Böckel nun das Thema Franchise angehen, allerdings in kleinen Schritten. "Vermieter nehmen einen meiner Erfahrung nach nicht unbedingt ernster, wenn das Wort Franchise fällt", erklärt der Currywurst-Spezialist. "Dazu scheitern zu viele von diesen Vorhaben. Wir hingegen haben gezeigt, dass wir auch ohne Franchise, als reines Filialkonzept, wachsen können."

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler
Imbissunternehmer Clemens Böckel auf der Expo Real 2019.

Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Ulrich Schüppler

Rund ein Drittel der Verkaufsflächen von Böckels Beste befinden sich bisher in oder vor Baumärkten. Daneben betreibt die Kette Standorte in Lebensmittelmärkten, vor allem bei real, aber auch bei Rewe, Hit und Edeka. Hinzu kommen in Aachen ein Fachmarktstandort, ein Imbiss am Bochumer Hauptbahnhof und zwei in Einkaufszentren. "Wir könnten uns deutlich mehr Standorte in Fachmarktzentren vorstellen", betont der Inhaber, "aber deren Eigentümer sind oft große Fonds. Bis die sich mit dem Thema Imbiss befassen, kann es eine Weile dauern."

Das mag auch daran liegen, dass die Mietfläche typischerweise nicht allzu groß ist. Dafür passen die Verkaufsstände fast überall hin, auch in Ecken, die für andere Nutzungen zu eng oder schlecht geschnitten sind. "Wir sind ein Kleinstflächenkonzept", sagt Böckel. Die Currykutsche und andere Standkonzepte des Unternehmens kommt bereits mit 12 m² Fläche aus, ideal sind vier bis fünf Parpklätze vor einem Gebäude. Die größeren Standorte umfassen rund 50 m², das kann dann ein Pavillon sein oder ein Laden in einer Vorkassenzone. "Mit einer Filiale bewirten wir im Schnitt aller Standorte 250 Gäste am Tag und erwirtschaften damit im Mittel 300.000 Euro Umsatz im Jahr. Dabei stehen wir für einen modernen, an Foodtrucks angelehnten Marktauftritt, ohne deren oft schnelllebige Gastrokonzepte zu kopieren."

Der ständige Wandel im Food-Markt, speziell beim Essen aus der Hand, macht dem Imbisskettenbetreiber keine Sorge. "Currywurst ist ein grundsolides Produkt, das wir mit besten Zutaten und einem Augenmerk auf die Servicequalität auf einen hohen Standard gehoben haben", fasst Böckel zusammen. "Ganz ehrlich: Wir sind zwar nur ein regionaler Player, aber für das Segment Currywurst ist unsere Herangehensweise schon ziemlich disruptiv."

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