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Digitales | 16.01.2020

Aus IZ03/2020, S. 15

Von Ulrich Schüppler

In diesem Artikel:

Viele Plattformen wollen Studentenbuden vermitteln

Quelle: Imago Images, Urheber: Bernd Friedel
Es geht auch ganz ohne Plattform: Direktvermarktung von WG-Zimmern in Berlin.

Quelle: Imago Images, Urheber: Bernd Friedel

Der Markt für die Vermittlung von möbliertem Wohnraum auf kurze Zeit weckt Begehrlichkeiten. Neben klassischen WG-Vermittlungsplattformen drängen zunehmend internationale Portale auf den deutschen Markt, die nicht nur vermitteln, sondern den gesamten Vermietungsprozess digitalisieren wollen. Im Fokus stehen dabei vor allem die lukrativen Ballungsräume.

Wer als Student kurzfristig eine Bleibe für einen Studienplatzwechsel, einen Projektaufenthalt oder ein Praktikum benötigt, kann dazu schon seit vielen Jahren auf spezialisierte Plattformen wie wg-suche.de oder wg-gesucht.de zurückgreifen. Die Initiatoren solcher Plattformen waren seinerzeit teilweise selbst noch Studenten. Das ursprüngliche Ziel war nicht das große Geld, sondern die unkomplizierte Hilfe für andere Studenten gegen ein kleines Entgelt. In einer Zeit, als Angebote wie Airbnb noch nicht existierten, boten solche Plattformen zudem eine der wenigen Möglichkeiten, das eigene Studentenzimmer online zur Zwischenmiete anzubieten, etwa bei einem anstehenden Auslandsaufenthalt.

Doch die Wohnraumknappheit an Uni-Standorten, gerade in Ballungsräumen, und die Tatsache, dass sich mit möbliertem Wohnraum die Mietpreisbremse umgehen lässt, haben das Segment des studentischen Wohnens professionalisiert. Das macht sich nicht nur in Form spezialisierter Colivinganbieter wie Medici Living bemerkbar, sondern auch durch internationale Plattformen wie spotahome (Spanien) oder uniplaces (Großbritannien), die auf den deutschen Markt drängen. Daneben existieren Metasuchmaschinen wie Nestpick, auf denen die Angebote mehrerer Plattformen gebündelt werden. Dabei erheben viele für sich den Anspruch, nach irgendeiner Messmethode die größte zu sein oder das zumindest werden zu wollen. Neben der reinen Vermittlung bieten eine Reihe von Plattformen Zusatzdienste an: Sie checken etwa die Seriosität von Vermietern, wickeln Miet- und Kautionszahlungen ab oder ermöglichen virtuelle Touren durch die Wohnungen, um künftigen Mietern eine Besichtigung zu ersparen.

"Der Wille, Miettransaktionen online abzuschließen, basiert auf dem vorhandenen Vertrauen", erläutert Djordy Seelmann, CEO der niederländischen Plattform HousingAnywhere. Neben einem Chat, über den Mietinteressenten direkt mit potenziellen Vermietern kommunizieren können, setzt Seelmann daher auf Feedbackfunktionen. Darüber kann der Mieter angeben, ob die Wohnung tatsächlich den angegebenen Kriterien entspricht. HousingAnywhere, 2009 gegründet, hat als Startpunkt für den Einstieg in den deutschen Markt die Bundeshauptstadt gewählt und zudem die Kleinanzeigen-Domain Studenten-WG übernommen. 2020 werden Inserate aus Köln, Hamburg und Frankfurt die Plattform bereichern, die übrigen Ballungszentren sollen bald folgen. Der typische Anbieter auf HousingAnywhere ist ein Profi-Vermieter mit zehn Mieteinheiten oder mehr. Die Vertragsdauer liegt im Schnitt bei sechs Monaten, doch der Trend geht zu längeren Mietzeiten. "Die Vermieter schließen auch längere Aufenthalte vermehrt online ab", betont Seelmann.

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