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Märkte | 19.12.2019

Aus IZ51/2019, S. 2

Von Jan-Dietrich Hempel

In diesem Artikel:

Logistik-Lösungen dringend gesucht

Der Lieferverkehr verstopft die Innenstädte. Jan-Dietrich Hempel, Geschäftsführer der Garbe Industrial Real Estate, plädiert für pragmatische, schnell umsetzbare Lösungen statt für große Visionen.

Quelle: Garbe
Jan-Dietrich Hempel.

Quelle: Garbe

Es ist wieder so weit: Pünktlich zur Vorweihnachtszeit steigt die Paketflut noch einmal kräftig. Damit verbunden sind endlose Lieferverkehre in den Innenstädten, blockierte Straßen durch Paketdienste in der zweiten Reihe und Weihnachtsmänner, die vergeblich auf ihre Bestellungen warten. Allein durch die vier größten Lieferdienste werden in der Weihnachtszeit laut Paketverband BIEK rund 19 Mio. Pakete zugestellt - und zwar täglich. Glaubt man dem Beratungshaus Oliver Wyman, wird sich das Volumen der ausgelieferten Pakete in Deutschland bis zum Jahr 2028 nochmal fast verdreifachen.

Wie viele Päckchen und Pakete es in Zukunft auch sein mögen, für die immer anspruchsvollere Liefer- und Transportlogistik in den Metropolen braucht es zeitnah praktische Lösungen. Denn es steht fest: Der Onlinehandel wird weiter zunehmen, und auch der Transport von Waren insgesamt. Nun wird viel über mögliche Ansatzpunkte einer durchdachteren innerstädtischen Logistik gesprochen und geschrieben: Kühlkettensichere Paketlagerflächen bei neu entwickelten Wohngebäuden, nachgerüstete, dienstleisteroffene Paketstationen in bestehenden Wohnquartieren, "Dark Stores" in den oberen, frequenzschwächeren Stockwerken von Shoppingcentern und Kaufhäusern, ungenutzte Parkflächen in zentral gelegenen Parkhäusern als Umschlagplatz und Lagerfläche für den Warenverkehr - all das sind nur einige Beispiele. Und auch an großen Ideen fehlt es nicht: Unten Fracht-U-Bahn, darüber Büro und womöglich Wohnen und nochmals darüber Drohnen …

Bei all den bunten Ideen darf jedoch nicht vergessen werden, dass Innenstädte nicht allein durch Kurier-, Express- und Paketdienst-Logistik versorgt werden können und die industrielle Logistik, als Rückgrat der Wirtschaft, mit größeren Sendungen komplex ist. Viele oft kleinteilige Projekte sind wertvoll, aber allzu wolkige Visionen ersetzen nicht unmittelbar umsetzbare Ansätze, welche die Masse der Wirtschaftsverkehre einbinden. So wären zum Beispiel einheitliche Zugangsstandards für Paketboxen in Wohnobjekten überfällig, damit eine effizientere Zustellung von Sendungen möglich wird - das ist im Zweifel einfacher umsetzbar als vielfach ungewollte White-Label-Depots. Auch spricht für die mehrstöckige Kombination von Logistik mit dem nach Flächen suchenden Gewerbe mehr als für die reine Stapelung von Logistik oder gar deren Kombination mit Wohnen. Heute umgesetzte Lösungen schaffen oft mehr Entlastung als Visionen für eine weiter entfernte Zukunft.

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